12:03 02 Dezember 2020
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    Die Kreml-Pressestelle hat das Ende des Krieges im Bergkarabach als Sieg der Völker Armeniens und Aserbaidschans bezeichnet. Die russischen Friedenstruppen werden laut dem Sprecher Dmitri Peskow nun sichern, dass es keine Kampfhandlungen in dieser Kaukasus-Region mehr gibt.

    „Das ist ein Sieg der Völker zweier Länder, Aserbaidschans und Armeniens, weil der Krieg zu Ende ist“, sagte Peskow am Dienstag.

    Um dies zu „kontrollieren und zu sichern, kommen jetzt russische Friedenstruppen dorthin“. „Sie werden sichern, dass es auch künftig keine Kampfhandlungen gibt.“

    Dabei betonte Peskow, dass es im Text des am Vortag vereinbarten Dokuments zwischen Aserbaidschan, Armenien und Russland kein einziges Wort über die Präsenz türkischer Friedenstruppen in der Region gebe. Dies sei nicht vereinbart worden. Er stellte auch klar, dass weder die USA noch Frankreich an dem Verhandlungsprozess zur Friedenserklärung beteiligt waren. „Das ist eine trilaterale Erklärung“, sagte Peskow. 

    Peskow verweigerte jede Einschätzung der Proteste, zu denen es in Armenien nach der Bekanntgabe der Bedingungen fürs das Kriegsende gekommen ist. Premierminister Nikol Paschinjan tue sein Bestes, um dem armenischen Volk den Sinn und die Bedeutung der Bergkarabach-Vereinbarungen zu erlären.

    „Wir hoffen, dass diese Erklärungen richtig ankommen“, sagte Peskow. 

    Ein sehr wichtiger Punkt der Vereinbarungen sei ihm zufolge die Möglichkeit für alle Flüchtlinge aus dem Bergkarabach, in ihre Häuser zurückzukehren. Das werde unter Kontrolle des Büros des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen verlaufen. Auch alle Kriegsgefangenen, Geiseln, andere festgenommenen Personen sowie die Leichen der Toten sollen ausgetauscht werden. 

    Ende des Bergkarabach-Kriegs vereinbart 

    Die Präsidenten Russlands, Aserbaidschans und der Premierminister Armeniens haben am Montag eine Erklärung zur Einstellung der Kampfhandlungen in Bergkarabach unterzeichnet. Demnach soll ab dem 10. November eine komplette Waffenruhe gelten. Die Truppen Aserbaidschans und Armeniens bleiben an den aktuellen Positionen. Armenien muss bis zum Monatsende mehrere Gebiete um Bergkarabach an Aserbaidschan zurückgeben. Beide Staaten verpflichten sich zum Austausch von Kriegsgefangenen. Außerdem werden in Bergkarabach russische Friedenstruppen stationiert.

    Laut dem armenischen Premierminister Nikol Paschinjan war diese Entscheidung für ihn extrem schmerzhaft. Gleich danach kam es in Eriwan zu Protesten. Der Präsident Aserbaidschans, Ilham Alijew, bezeichnete die Unterzeichnung des Dokuments als Kapitulation Armeniens. Das Abkommen sei für Baku äußerst vorteilhaft. 

    om/mt/sna

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    Tags:
    Friedenstruppen, Vereinbarung, Armenien, Aserbaidschan, Russland, Ende, Krieg, Bergkarabach-Konflikt