12:13 02 Dezember 2020
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    Armeniens Premier Nikol Paschinjan hat sich im Gespräch mit Sputnik Armenia zu der kürzlich abgegebenen Erklärung von Moskau, Eriwan und Baku über einen Waffenstillstand in Bergkarabach geäußert.

    Ihm zufolge hatte das Militär auf die Unterzeichnung des Abkommens zu Bergkarabach bestanden, weil die Armee keinen Widerstand mehr hätte leisten können.

    „Die Armee sprach darüber, dass man stoppen müsse. Weil wir mit Fragen konfrontiert seien, die keine Lösungsaussichten hätten, oder die Ressource am Ende sei“, sagte Paschinjan. 

    „Die Militärressource ist nicht in vollem Maße effektiv gewesen. Jene, die an der Frontlinie kämpften, wurden nicht abgelöst. Die Kämpfenden brauchten eine Möglichkeit zur Erholung. An der Frontlinie waren Menschen, die einen Monat lang durch niemanden abgelöst wurden“, zitiert Sputnik Armenia den Politiker.

    Wäre das Abkommen im Voraus angekündigt worden, hätte die Kampffähigkeit der Armee nachgelassen, sagte Paschinjan. Seinen Worten zufolge habe sich das Land im Allgemeinen als nicht vorbereitet auf Kampfhandlungen erwiesen. Deshalb hätten Eriwan und die Führung der nicht anerkannten Republik Bergkarabach beschlossen, schnellstmöglich den Krieg zu beenden, um noch schwerere Folgen zu vermeiden.Paschinjan fügte hinzu, dass die Kämpfe in Bergkarabach noch nicht völlig zu Ende seien.

    Ende der Kämpfe vereinbart

    Russland, Armenien und Aserbaidschan haben eine Erklärung über die Einstellung der Kampfhandlungen in Bergkarabach unterzeichnet. Die Vereinbarung sieht unter anderem den vollständigen Waffenstillstand in Bergkarabach ab Dienstag, dem 10. November, vor. Aserbaidschan und Armenien bleiben dabei in den von ihnen besetzten Stellungen.

    © Sputnik / Ministry of Defence of the Russian Federation
    Das Dokument sieht außerdem den Austausch von Kriegsgefangenen vor. Entlang der Berührungslinie in Bergkarabach und des Korridors Latschin wird ein russisches 1960 Mann starkes Friedenskontingent mit Kleinwaffen, 90 Transportpanzern und 380 Fahrzeugen und Sondertechnik stationiert.

    Laut Paschinjan war dieses Abkommen für ihn sehr peinlich. Nach der Bekanntgabe der Vereinbarungen hätten in Eriwan Proteste begonnen.Die Situation in Bergkarabach hatte sich am 27. September zugespitzt. Armenien und Aserbaidschan gaben sich immer wieder gegenseitig die Schuld am Ausbruch der Kämpfe. Die Situation erschwerte sich dadurch, dass Baku aktiv von der Türkei (Nato-Mitglied) unterstützt wurde. Armenien ist seinerseits Mitglied der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit.

    Bei dem in der Nacht zum Dienstag signierten Dokument handelt es sich um den vierten Versuch, eine stabile Deeskalation durchzusetzen. Die vorherigen drei Versuche waren erfolglos. Die jetzigen Vereinbarungen sind kurz nach dem tragischen Vorfall mit einem russischen Hubschrauber zustande gekommen, der über Armenien abgeschossen worden war. 

    ls/mt

     

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    Tags:
    Bergkarabach-Konflikt, Russland, Nikol Paschinjan, Armee, Aserbaidschan, Armenien