05:44 03 Dezember 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    7800
    Abonnieren

    Der russische Präsident Wladimir Putin hat bei einem Treffen am Mittwoch auf die Notwendigkeit hingewiesen, auch in Zukunft vielversprechende Kontrollsysteme für die russischen Nuklearstreitkräfte zu entwickeln. Bei diesem Thema darf man ihm zufolge nicht stillstehen.

    „Es ist notwendig, die Entwicklung der vielversprechenden Kontrollsysteme für die strategischen Nuklearstreitkräfte fortzusetzen. (...) Egal wie modern und fortschrittlich sie heute sein mögen, man darf nicht stillstehen. Sie und ich verstehen das sehr gut. Man muss darüber nachdenken, was morgen und übermorgen passieren wird“, sagte Putin bei einem Treffen mit Führungskräften des Verteidigungsministeriums, mit Leitern der föderalen Behörden und Unternehmen der Verteidigungsindustrie.

    Zudem betonte er, dass die Wirksamkeit der Hauptkomponenten der Kontrollsysteme für die strategische Atomstreitmacht bei den Kommandostabsübungen und anderen Veranstaltungen ständig überprüft werden sollte.

    Putin gab auch die Schaffung einer neuen Kommandozentrale für die strategischen Nuklearstreitkräfte Russlands bekannt.

    „Es ist wichtig, dass alle Anlagen, Technik und Kommunikationen von Kontrollsystemen für die strategischen Nuklearstreitkräfte weiterhin modern, einfach und zuverlässig sind, wie bei einem Kalaschnikow-Sturmgewehr, dass sie konsequent und planmäßig aktualisiert werden und auf den fortschrittlichen einheimischen Technologien sowie technischen Lösungen basieren“, so der russische Präsident.

    Ihm zufolge wird die Kommandozentrale „wirklich einen absoluten“ Schutz haben.

    Putin betonte, dass das russische Atomwaffenkontrollsystem über besondere Beständigkeit verfügen müsse. Diese Eigenschaft sollte auch dann erhalten bleiben, wenn der Gegner einen Angriff durchführen werde.

    Kurz davor hatte der russische Staatschef erklärt, dass sein Land die eigene Atomstreitmacht angesichts der gegenwärtigen militärpolitischen Risiken weiter modernisieren werde. Dabei gab er an, dass der Anteil der modernen Waffen in den strategischen Nuklearstreitkräften bereits 82 Prozent betrage.

    Die staatliche Politik im Bereich der nuklearen Abschreckung sieht vor, dass der Einsatz von Atomwaffen im Fall eines Angriffs auf Russland möglich ist. Putin nannte Atomwaffen eine extreme und außerordentliche Maßnahme zum Schutz der nationalen Interessen.

    Zuvor erklärte er, dass das Rüstungskontrollsystem in der Welt nicht mehr richtig funktionieren würde. Auch das Schicksal des New-START-Vertrags (Vertrag zur Verringerung strategischer Atomwaffen, auch als Start-III-Vertrag bekannt) bleibe unklar, hieß es. 

    New-START-Vertrag

    Das Abkommen ist der letzte verbliebene atomare Abrüstungsvertrag zwischen Russland und den USA. Er ist am 5. Februar 2011 in Kraft getreten und läuft am 5. Februar 2021 aus. Demzufolge soll jede Vertragspartei ihr Nukleararsenal so reduzieren, dass sie sieben Jahre später sowie auch zukünftig über nicht mehr als 700 ballistische Interkontinentalraketen, luft- und U-Boot-gestützte ballistische Raketen sowie 1550 Sprengköpfe und 800 Trägersysteme verfügt. In diesem Jahr gab es bereits einige Verhandlungsrunden über die Verlängerung des Vertrags.

    Russlands Präsident Wladimir Putin schlug Mitte Oktober vor, den New-START-Vertrag bedingungslos um ein Jahr zu verlängern, ohne dabei die Atomarsenale einzufrieren. Das Angebot der russischen Seite lehnte Washington zunächst ab und nannte das Einfrieren des Atomarsenals als Bedingung für weitere Verhandlungen.

    pd/mt/sna

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Wie Verbrecher behandelt? Quarantäne-Schreiben wegen harter Wortwahl in Kritik – Sputnik hakt nach
    Russischer Impfstoff darf dran, so Kommission von der Leyens - aber „nirgendwo in EU außer Ungarn“
    Auf Sexparty erwischt: Polizei löst Orgie in Brüssel auf – EU-Abgeordneter tritt zurück
    Tags:
    Kontrollsystem, Vertrag, Einsatz, Atomwaffen, Russland, Wladimir Putin