20:18 24 November 2020
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    Swetlana Tichanowskaja, Ex-Präsidentenkandidatin in Weißrussland, hat sich zu Verhandlungen mit den Behörden der Ex-Sowjetrepublik bereit erklärt. Das wurde am Mittwoch in der weißrussischen Hauptstadt Minsk unter Berufung auf Tichanowskajas Telegram-Kanal mitgeteilt.

    Dabei erinnerte sie daran, dass sie eigens für Gespräche mit den Behörden den Koordinierungsrat der Opposition ins Leben gerufen hatte.

    Auch der Geschäftsmann und Politologe Juri Woskressenski teilte mit, dass er eine Struktur für die Anbahnung eines Dialogs zwischen Opposition und Macht gebildet habe.

    „Der Koordinierungsrat hatte bereits Kontakt zu meinem Team aufgenommen und uns dutzende Seiten mit Vorschlägen zu Verfassungsänderungen geschickt“, sagte er.

    Dagegen behauptete die Pressestelle des Koordinierungsrates, dass er keinen Dialog mit Woskressenski führe und ihm keine Vorschläge zu Verfassungsänderungen zugeleitet habe.

    Zuvor war der inhaftierte Woskressenski nach einem Treffen mit Präsident Alexander Lukaschenko in einem Untersuchungsgefängnis auf freien Fuß gesetzt worden.

    Tichanowskaja setzt auf Dialog

    „Wie alle friedlichen Weißrussen pochen auch wir auf einen richtigen Dialog. Eben dafür hatte ich mit dem Koordinierungsrat ein Verhandlungsorgan gründen lassen“, schrieb Tichanowskaja.

    Voraussetzungen für den Beginn des Dialogs seien die Einstellung der Gewalt der Behörden gegen die Protestierenden, die Freilassung aller politischen Gefangenen und Lukaschenkos Rücktritt. „Das Thema des Dialogs sollte nicht die Verfassungsreform, sondern neue, freie Wahlen sein“, betonte Tichanowskaja.

    Westen erkennt Lukaschenko als Präsident nicht an

    Die Opposition erkennt die Ergebnisse der Präsidentenwahl vom 9. August nicht an, bei der sich Amtsinhaber Alexander Lukaschenko mit 80,1 Prozent der Stimmen für die sechste Amtszeit bestätigen ließ. Die Opposition sieht Tichanowskaja als die wahre Wahlsiegerin. Die USA und die EU erkennen die Wahlergebnisse in Weißrussland ebenfalls nicht an. Brüssel verhängte Sanktionen gegen Lukaschenko.

    Indes wird Tichanowskaja von der weißrussischen Justiz per Haftbefehl gesucht. Ihr wird der Versuch einer illegalen Machtergreifung zur Last gelegt.

    am/mt

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    Tags:
    Bereitschaft, Behörden, Dialog, Swetlana Tichanowskaja, Weißrussland