06:32 03 Dezember 2020
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    Der Kremlsprecher Dmitri Peskow hat am Donnerstag Ankaras jüngste Erklärung zur türkischen Teilnahme an der Friedensmission in Bergkarabach zurückgewiesen. Ihm zufolge hat es keine derartigen Vereinbarungen gegeben.

    „Nein, hier gibt es keine vollendete Tatsache. Hier kann man annehmen, dass es einige Unterschiede in der Auffassung gibt. Wir gehen weiterhin davon aus, dass es sich bei den Friedensoldaten um das russische Militär handelt, das in der Berührungszone der Parteien stationiert ist, und dass die Interaktion mit dem türkischen Militär im Rahmen des Überwachungszentrums auf dem Territorium Aserbaidschans stattfinden wird“, sagte Peskow. Damit beantwortete er eine Frage zu den Erklärungen der Türkei über die Präsenz ihrer Friedenstruppen in Bergkarabach.

    Er betonte, dass „dieses Thema nicht diskutiert wurde“.

    „Tatsache ist, dass dies, wie wir wiederholt gesagt haben, nicht einzig zwischen Moskau und Ankara diskutiert werden kann, dem müssen (…) Armenien und Aserbaidschan zustimmen. Dieses Thema wurde nicht diskutiert, es gab keine solchen Vereinbarungen, die Arbeit geht weiter“, fügte der Kremlsprecher hinzu.

    Am Donnerstag verkündete der türkische Verteidigungsminister, Hulusi Akar, dass die Türkei an der Friedensmission in Bergkarabach teilnehmen werde.  

    „Die Türkei wird sich an der Überwachung und Einhaltung des Abkommens über Bergkarabach beteiligen. Das türkische Militär wird im Rahmen einer gemeinsamen Friedensmission tätig sein“, zitiert die Agentur Anadolu  Hulusi Akar.

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Mittwoch bekanntgegeben, dass Ankara und Moskau ein Memorandum über ein gemeinsames Kontrollzentrum zur Überwachung der Waffenruhe in der Südkaukasusregion Bergkarabach unterschrieben hätten und beide Seiten an einer gemeinsamen Friedensmission teilnehmen würden.

    Zuvor gab Dmitri Peskow an, Moskau und Ankara würden über das Kontrollzentrum auf dem Territorium Aserbaidschans bezüglich Bergkarabach arbeiten. „Es war nicht von gemeinsamen Friedenstruppen die Rede“, so der Kremlsprecher.

    Gemeinsames Kontrollzentrum

    Das Zentrum wird sich auf dem Territorium des aserbaidschanischen Kernlandes befinden. Militärs beider Länder werden Informationen über die Lage an der Trennlinie erfassen und auswerten sowie beliebige Beschwerden oder Probleme prüfen, die mit Verstößen gegen die erzielten Vereinbarungen zusammenhängen.

    Russland wird eine etwa 2000 Mann starke Friedensmacht mit 90 Schützenpanzerwagen und 380 Spezialfahrzeugen in der Region stationieren. Somit ist die militärische Phase des langwierigen Konflikts vorerst beendet. Die rivalisierenden Seiten sollten politische Gespräche aufnehmen.

    pd/mt/sna

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    Tags:
    Waffenruhe, Friedenstruppen, Mission, Zentrum, Türkei, Bergkarabach-Konflikt