19:13 27 November 2020
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    Die Europäische Union will zur friedlichen Beilegung des Konfliktes um Bergkarabach beitragen und ist bereit, der betroffenen Bevölkerung humanitäre Hilfe zu leisten, sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell nach Telefongesprächen mit den Außenministern von Armenien und Aserbaidschan.

    „Der Hohe Vertreter brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass die Einstellung der Kampfhandlungen es ermöglicht, auf eine sichere friedliche Regelung des Konfliktes hinzuarbeiten, und weitere Leiden verhindert. Er betonte, dass die EU bereit ist, der durch den Konflikt betroffenen Zivilbevölkerung humanitäre Hilfe zu leisten“, heißt es in einer Mitteilung des Außenpolitischen Amtes der EU.

    Nach Angaben des EU-Diplomatenchefs hat die Europäische Union bereits eine Million Euro für eine dringende Hilfeleistung bereitgestellt.

    Die Staatschefs von Russland und Aserbaidschan, Wladimir Putin und Ilcham Alijew, sowie Armeniens Regierungschef Nikol Paschinjan hatten eine gemeinsame Erklärung über die Einstellung der Kämpfe um das Gebiet Bergkarabach ab dem 10. November unterzeichnet.

    Demnach werden mehrere Bezirke an Aserbaidschan übergeben. Die Vereinbarung sieht den vollständigen Waffenstillstand in Bergkarabach vor. Aserbaidschan und Armenien bleiben dabei in den von ihnen besetzten Stellungen. Das Dokument sieht außerdem den Austausch von Kriegsgefangenen vor.

    Entlang der Berührungslinie in Bergkarabach und des Latschin-Korridors wird ein russisches Friedenskontingent stationiert. Zwischen Aserbaidschan und der Autonomen Republik Nachitschewan (aserbaidschanische Exklave, gelegen zwischen Armenien, dem Iran und der Türkei) soll ein Korridor eingerichtet werden. 

    Wie Paschinjan in einer Facebook-Mitteilung schrieb, bedeute dieses Abkommen eine äußerst schmerzhafte Entscheidung für ihn. Aserbaidschans Präsident Ilcham Alijew bezeichnete die Unterzeichnung des Dokumentes als Kapitulation Armeniens. Laut Alijew ist das Abkommen für Baku höchst vorteilhaft. Jetzt sei die politische Phase zu Ende, und man könne nun politische Fragen behandeln, so Alijew.

    ls/sb

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    Tags:
    Ilcham Alijew, Nikol Paschinjan, Josep Borrell, Bergkarabach-Konflikt, Aserbaidschan, Armenien, EU