11:31 02 Dezember 2020
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    Deutschland will Russland laut der Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, kein Material zum Fall Alexej Nawalny übergeben und sucht weiter nach Ausreden. Berlin müsse die Konfrontation aufgeben und zu einer inhaltlichen Interaktion übergehen, um die Umstände zu klären. Dies erklärte Sacharowa bei einem Briefing in Moskau.

    „Wovon reden wir im Prinzip? Es ist klar: Berlin will keine Materialien übergeben und klammert sich an jegliche Gelegenheiten, um irgendwie Ausreden zu finden“, äußerte sich Sacharowa zur Situation um Nawalny.

    Sie wies darauf hin, dass die russische Seite Berlin „in Taten und nicht in Worten auffordert, den hoffnungslosen Konfrontationskurs aufzugeben und endlich eine normale konstruktive Interaktion zu beginnen, um die wahren Umstände des Vorfalls mit dem russischen Bürger zu klären“.

    Fall Nawalny

    Der russische Blogger und Kremlkritiker Alexej Nawalny war am 20. August auf einem Inlandsflug zusammengebrochen. Er wurde zunächst in einem Omsker Krankenhaus behandelt und dort in ein künstliches Koma versetzt. Basierend auf den Ergebnissen der Untersuchungen nannten die Omsker Ärzte als Hauptdiagnose eine Stoffwechselstörung, die eine starke Veränderung des Blutzuckers verursacht hatte. Der 44-Jährige wurde später auf Drängen seiner Familie in die Berliner Universitätsklinik Charité verlegt. Anfang September wurde Nawalny aus dem Koma geholt und bereits am 23. September aus der Berliner Charité entlassen.

    Die Bundesregierung hatte am 2. September, nach Untersuchungen eines Spezial-Labors der Bundeswehr, mitgeteilt, sie sehe es als zweifelsfrei erwiesen an, dass Nawalny mit einem chemischen Nervenkampfstoff der „Nowitschok“-Reihe vergiftet worden wäre. Die Schlussfolgerungen deutscher Sachverständiger seien von Labors in Schweden und Frankreich bestätigt worden, hieß es weiter. Moskau schickte eine Anfrage mit Bitte um mehr Informationen über die Probenergebnisse aus dem Berliner Labor, es gab aber keine Rückmeldung.

    Russland bereit zur Interaktion

    Der Kreml erklärte diesbezüglich, dass Berlin Moskau nicht über seine Schlussfolgerungen informiert habe. Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, betonte, dass Russland bereit sei, mit Europa hinsichtlich der Situation um Nawalny zu interagieren, es bräuchte aber Informationen dazu.

    ek/sb/sna

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    Tags:
    Dialog, Nervengift Nowitschok, Konfrontation, Berlin, Omsk, Klinik, Alexej Nawalny