18:04 27 November 2020
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    Der Befehlshaber der russischen Friedenstruppen in Bergkarabach, Generalleutnant Rustam Muradow, hat am Samstag über die aktuelle Situation in der Region berichtet. Ihm zufolge stabilisiert sich die Lage langsam.

    „Die Vereinbarungen, die von den Oberhäuptern der drei Länder unterzeichnet wurden und am 10. November um 00.00 Uhr in Kraft getreten sind, werden zurzeit voll und ganz erfüllt. Das Wichtigste ist, dass auf dem Territorium der Berührungslinie alle Arten von Kampfhandlungen gestoppt worden sind. Wir hören heute keine Schüsse, die Lage stabilisiert sich allmählich“, sagte Muradow.

    Das russische Verteidigungsministerium verbreitete eine Video-Ansprache des Befehlshabers.      

    Russische Friedensstifter schließen Aufbau von Posten in Bergkarabach ab

    Wie Muradow weiter betonte, planen die russischen Militärs, den Aufbau von Beobachtungsposten in Bergkarabach an diesem Samstag abzuschließen.    

    „Die 15. einzelne friedensstiftende mot. Schützenbrigade des zentralen Wehrbezirks (…) schließt heute den Aufbau aller Beobachtungsposten entlang der Berührungslinie ab“, sagte er.    

    Am Freitag hatte der russische Verteidigungsminister, Sergej Schoigu, mitgeteilt, dass acht Beobachtungsposten in der Zone „Süd“ bereits aufgestellt worden seien. Zudem sei geplant, weitere acht in der Zone „Nord“ einzurichten.    

    Befehlshaber nennt seine Nationalität 

    In seiner Ansprache hat Muradow seine Nationalität genannt. Er ist nach seinen Worten ein Tabarasaner und gehört nicht zu den Nationalitäten, die am Konflikt beteiligt sind.  

    „Was meine Nationalität betrifft - wenn es so interessant ist - ich bin in der Republik Dagestan geboren, ich bin ein Tabarasaner und habe von der Nationalität her nichts mit dem Nachbarstaat zu tun“, sagte Muradow.

    Für Muradow gibt es nach seinen Worten keine Nationalität. Im Konfliktraum erfülle er seine Militärpflicht.  

    „Ich bin Bürger der Russischen Föderation, Militärangehöriger der russischen Streitkräfte (…) und für mich sind Gesetze der Russischen Föderation, unter anderem Erlasse und Befehle des Obersten Befehlshabers der Streitkräfte der Russischen Föderation, des Verteidigungsministers und meiner Vorgesetzten, ein Befehl zur Ausführung. Für mich als Offizier gibt es keine Nationalität. Ich erfülle meine Aufgaben nach der Zweckbestimmung“, so Muradow.

    Die Tabasaraner sind eines der ältesten Uhrvölker Dagestans, die im Südosten der Republik leben.

    Russland entsendet an einem Tag 20 Flugzeuge mit Friedensstiftern nach Bergkarabach

    Am Samstag teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit, dass Russland in den zurückliegenden 24 Stunden 20 Flugzeuge mit 170 Friedenstruppen nach Bergkarabach geschickt habe.

    Zuvor hatte der Verteidigungsminister, Sergej Schoigu, mitgeteilt, dass bereits mehr als 1100 russische Friedensstifter nach Bergkarabach verlegt worden seien. 73 Flüge seien absolviert worden.

    Geplant sei, eine Friedenstruppe von insgesamt 1960 Mann, 90 Schützenpanzerwagen, 380 Fahrzeugen und anderem Gerät aufzustellen.

    Friedensmission in Bergkarabach

    Russlands Präsident Wladimir Putin, sein aserbaidschanischer Amtskollege, Ilcham Alijew, und der armenische Premierminister, Nikol Paschinjan, hatten in der Nacht zum 10. November eine Waffenstillstandsvereinbarung für Bergkarabach erzielt.

    Das Dokument sieht die Stationierung von Friedenstruppen in der umkämpften Region sowie einen Gefangenenaustausch zwischen den Konfliktparteien und eine Rückkehr der Flüchtlinge vor.

    Die Friedenstruppen sollen Putin zufolge an der Berührungslinie in Bergkarabach sowie entlang des Korridors, der die Region mit Armenien verbindet, stationiert werden. Zudem würden alle Verkehrsknotenpunkte in Bergkarabach wieder entsperrt.

    ns/sna/ae

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    Tags:
    Nikol Paschinjan, Wladimir Putin, Nationalität, Friedensstifter, Lage, Armenien, Aserbaidschan, Russland, Bergkarabach-Konflikt, Rustam Muradow