15:38 25 November 2020
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    Die österreichische Regierung hat am Samstag die Verschärfung des zweiten Lockdowns angekündigt. Die Maßnahmen gelten ab kommenden Dienstag für die Dauer von drei Wochen. Laut Bundeskanzler Sebastian Kurz war der Lockdown von Anfang November nicht wirksam genug. Er betonte daher die Notwendigkeit von härteren Maßnahmen.

    Geschäfte und Schulen müssen schließen, das Verlassen des privaten Wohnraums ist nur aus triftigen Gründen wie Grundbedürfnissen, der Arbeit, der Hilfe etwa für Angehörige und zur Erholung im Freien erlaubt. Offen bleiben Geschäfte für die Deckung des täglichen Bedarfs, etwa Supermärkte, Drogerien, Apotheken und Banken.

    Kurz (ÖVP) appellierte eindringlich an die Bevölkerung: „Treffen Sie niemanden! Jeder soziale Kontakt ist einer zu viel!“

    Es sei klar gewesen, dass der Lockdown von Anfang November wegen Verzögerungseffekten nicht sofort wirke, so der Bundeskanzler weiter. Aber dass die Zahlen auch nach 12 Tagen nicht sinken, sei ein großes Problem.

    Daher werde es einen zweiten Lockdown wie im Frühjahr geben. Der Kanzler erzählte zufleich, er habe viele Menschen getroffen, die ob der Einschränkungen wütend seien.

    „Auch wenn sich niemand einen zweiten Lockdown wünscht, so ist der zweite Lockdown das einzige Mittel, von dem wir verlässlich wissen, dass es funktioniert“, sagte Kurz. Die Beschränkungen gelten ab Dienstag und bis zum 6. Dezember. Die Ausgangsregeln müssen alle zehn Tage vom Hauptausschuss des Parlaments neu genehmigt werden.

    Laut Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hat Österreich inzwischen mit seinen Corona-Neuinfektionszahlen Frankreich überholt und soll damit globaler Spitzenreiter sein. 

    Schon seit dem 3. November sind in Österreich die Gastronomie, der Tourismus sowie Kulturbetriebe und Freizeiteinrichtungen geschlossen. Ausgangsbeschränkungen galten bisher von 20.00 bis 6.00 Uhr. Die Infektionszahlen sind seit Anfang November zunächst weiter gestiegen, am Freitag lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen bei 554,2. Mediziner befürchten einen Zusammenbruch der Intensivversorgung.

    ta/dpa

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    Österreich, Sebastian Kurz