12:53 04 Dezember 2020
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    Der armenische Premierminister Nikol Paschinjan hat zugegeben, dass er Verantwortung für das, was in der Kaukasus-Region Bergkarabach geschah, trägt. Er wolle aber, dass sein Volk, bevor es ihn verurteile, über alle Umstände der Situation im Bilde ist.

    „Ich bin der Beamte Nummer eins, der für das, was passiert ist, verantwortlich ist. Hier kann es keine Unstimmigkeiten geben“, äußerte Paschinjan am Montag auf einer Online-Pressekonferenz.

    „Ich verstehe, dass ich sozusagen vor dem Gericht unseres Volkes stehen muss. Aber in diesem Fall muss der Richter - das Volk - über alle Umstände des Falles Bescheid wissen“, fuhr er fort. Es solle einen Dialog mit dem Militär, der Opposition und der Regierung geben. 

    Paschinjan zufolge überschritt der Verhandlungsprozess im Mai 2018 einen Punkt, von dem es kein Zurück mehr gibt. Damals sei die Formel „Territorium im Austausch gegen nichts“ diskutiert worden.

    „Wir haben versucht, diese Logik zu ändern. Ich habe versucht, unseren Widerstand zu erhöhen, aber das ist uns nicht gelungen“.

    Die wichtigsten Themen seien momentan der Status von Karabach sowie humanitäre Angelegenheiten.

    Laut Paschinjan gelten Hunderte armenische Militärangehörige nach der Zuspitzung des Konflikts um Bergkarabach als vermisst. Es gebe aber Hoffnung, einige davon lebend zu finden. 

    „Gestern wurde ein Verletzter gefunden, der zuvor als tot registriert worden war“, so Paschinjan. Der Gefangenenaustausch werde erst nach dem Leichenaustausch stattfinden. Danach solle auch der nationale Trauertag ausgerufen werden. 

    Ende des Bergkarabach-Kriegs vereinbart 

    Die Präsidenten Russlands, Aserbaidschans und der Premierminister Armeniens haben am Montag eine Erklärung zur Einstellung der Kampfhandlungen in Bergkarabach unterzeichnet. Demnach soll ab dem 10. November eine komplette Waffenruhe gelten. Die Truppen Aserbaidschans und Armeniens bleiben an den aktuellen Positionen. Armenien muss bis zum Monatsende mehrere Gebiete um Bergkarabach an Aserbaidschan zurückgeben. Beide Staaten verpflichten sich zum Austausch von Kriegsgefangenen. Außerdem werden in Bergkarabach russische Friedenstruppen stationiert.

    Laut dem armenischen Premierminister Nikol Paschinjan war diese Entscheidung für ihn extrem schmerzhaft. Gleich danach kam es in Eriwan zu Protesten. Der Präsident Aserbaidschans, Ilham Alijew, bezeichnete die Unterzeichnung des Dokuments als Kapitulation Armeniens. Das Abkommen sei für Baku äußerst vorteilhaft.

    om/ae

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    Tags:
    Russland, Ende, Krieg, Verantwortung, Nikol Paschinjan, Aserbaidschan, Armenien, Bergkarabach-Konflikt