21:27 23 November 2020
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    Moskau ruft die Konfliktparteien in Äthiopien zur Zurückhaltung auf und hofft darauf, dass die Behörden „angemessene Methoden“ bei der Arbeit mit der Region Tigray finden werden, um den bürgerlichen Frieden im Land zu gewährleisten. Das erklärte der russische Vize-Außenminister Michail Bogdanow am Montag.

    „Wir rufen alle Seiten zur Zurückhaltung auf. Natürlich haben wir uns immer für die Stabilität und Sicherheit in diesem Land ausgesprochen, mit dem uns langjährige freundschaftliche Beziehungen verbinden“, sagte Bogdanow, der auch den Posten des Sondervertreters des russischen Präsidenten für Nahost und Afrika bekleidet, in einem Gespräch mit der Agentur RIA Novosti.

    Zudem verwies er darauf, dass Moskau in Kontakt mit den äthiopischen Behörden stehe – „mit dem Botschafter hier, auch unsere Botschaft in Addis Abeba arbeitet sehr energisch“.

    „Wir hoffen, dass alle diese Probleme unter Berücksichtigung der Notwendigkeit, die Stabilität, die territoriale Integrität, die Einheit Äthiopiens - dieses multinationalen und multikonfessionellen Landes - beizubehalten, gelöst werden“, fügte Bogdanow hinzu.

    „Wir gehen davon aus, dass die zentralen Behörden, die Führung in Addis Abeba angemessene Wege oder Methoden bei der Arbeit mit verschiedenen Regionen, einschließlich der Region Tigray, finden, um den bürgerlichen Frieden in diesem Land zu gewährleisten“, sagte der ranghohe russische Diplomat anschließend.

    Massenmord an Zivilisten in Region Tigray

    Am Donnerstag hatte die Menschenrechtsorganisation „Amnesty International“ über den Massenmord an Zivilisten in der Region Tigray im Norden Äthiopiens berichtet. 

    „Amnesty International kann heute bestätigen, dass in der Stadt Mai-Kadra im Südwesten der äthiopischen Region Tigray in der Nacht zum 9. November Dutzende und wahrscheinlich Hunderte Menschen erstochen oder zu Tode gehackt wurden“, heißt es. 

    Die Organisation berief sich dabei auf die Angaben des Labors „Crisis Evidence Lab“, das Fotos und Videos von Leichen einer Begutachtung unterzogen haben soll. Es wurde bestätigt, dass die Bilder kürzlich in Mai-Kadra gemacht worden waren. Die Geoposition der Bilder und Aufnahmen konnte das Labor mit Hilfe von Satellitenbildern feststellen.

    Die genaue Zahl der Toten in Mai-Kadra ist derweil nicht bekannt. Lokale Medien berichten indes über 500 Tote. 

    „Volksbefreiungsfront von Tigray“

    Am 4. November hatten die äthiopischen Behörden der „Volksbefreiungsfront von Tigray" vorgeworfen, eine Militärbasis anzugreifen, und Truppen mobilisiert.  Unter anderem beschuldigten die äthiopischen Behörden die Front, „irreguläre Milizeinheiten bewaffnet und organisiert zu haben“.

    Äthiopische Truppen haben in der Region Tigray einen Militäreinsatz eingeleitet. Dort wurde zudem für sechs Monate der Ausnahmezustand verhängt.

    ns/sna/ae

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    Volksbefreiungsfront von Tigray, Zurückhaltung, Konfliktparteien, Außenministerium, Äthiopien, Russland, Michail Bogdanow, Amnesty International