05:36 03 Dezember 2020
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    Ein hochrangiger Beamter des US-Außenministeriums hat erklärt, warum sich Außenminister Mike Pompeo bei seinem Besuch in der Türkei nicht mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan treffen soll.

    Ihm zufolge wünschten sich die beiden Seiten, dass das Treffen stattfindet:

    „Sowohl der US-Außenminister als auch türkische Beamte, darunter Außenminister (Mevlüt) Cavusoglu und, glaube ich, auch Präsident (Recep Tayyip) Erdogan, wünschten sich, dass dies zustande kommt. Im Ergebnis ist es nicht zustande gekommen“, äußerte er bei einem Briefing in Istanbul. 

    Allerdings habe das Treffen wegen eines Terminkonflikts ausfallen müssen.

    „Letzten Endes hat es nicht geklappt, weil sich der Zeitplan von Präsident Erdogan geändert hat und das hat es unmöglich gemacht, die Parameter einzuhalten, die wir von Anfang an für den Besuch des Außenministers selbst festgelegt hatten“, äußerte der Sprecher des Außenministeriums.

    Er selbst messe dem Vorfall keine politische Bedeutung bei:

    „Es gab Momente, in denen wir dachten, es könnte und würde (stattfinden – Anm. d. Red.), aber dann sagten uns die Türken, dass sich der Zeitplan von Präsident Erdogan selbst geändert habe. Und ich schreibe dem überhaupt keine politische Botschaft zu. Es war buchstäblich eine Frage der Zeitplanung aus der Sicht des Außenministers und eine Frage der Zeitplanung aus der Sicht von Präsident Erdogan und seiner eigenen Reisen“.

    Der Beamte wurde unter anderem nachdrücklich gefragt, was den türkischen Staatschef gekränkt haben könnte. Es gebe Meinungsverschiedenheiten zwischen Washington und Ankara, räumte er ein. In diesem Fall komme es lediglich auf den Zeitplan des türkischen Staatschefs an.

    „Ich glaube nicht, dass die türkischen Behörden (...) das Gefühl haben, weggestoßen zu werden. Letztendlich war es eine Frage des Zeitplans“. Die Türken wüssten ganz gut, welche Ansichten die US-Regierung habe, zu Fragen, in denen die Vorstellungen der beiden Länder nicht übereinstimmen würden, sagte er.

    Solche Meinungsverschiedenheiten gebe es bei Einschätzungen der Lage in einer Reihe von Regionen, darunter das östliche Mittelmeer, Libyen und Syrien, präzisierte der Sprecher des US-Außenministeriums.

    Pompeo ist am Motagabend in Istanbul eingetroffen, um den Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I. von Konstantinopel am Dienstag zu treffen. Ein Besuch in der türkischen Hauptstadt Ankara ist in seinem Terminplan nicht vorgesehen.

    Verschärfte US-türkische Beziehungen

    Die Beziehungen der Türkei zu den USA hatten sich im Zusammenhang mit Lieferungen der modernsten russischen Flugabwehr-Raketensysteme S-400 zugespitzt.

    Washington forderte Ankara auf, sich aus dem Geschäft zurückzuziehen und im Gegenzug amerikanische Systeme „Patriot“ zu kaufen. Die USA drohten, den Verkauf der neuesten Kampfflugzeuge F-35 an die Türkei zu verzögern oder zu stornieren sowie Sanktionen gemäß dem sogenannten Gesetz zur Bekämpfung der Gegner Amerikas (CAATSA) zu verhängen. Ankara weigerte sich, Zugeständnisse zu machen, und setzte die Verhandlungen über eine weitere Lieferung von S-400-Systemen fort.

    asch/sna/ae

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    Recep Tayyip Erdogan, Michael Pompeo, Mike Pompeo, Türkei, USA