12:17 02 Dezember 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    5229243
    Abonnieren

    Das Außenministerium der USA und Frankeichs haben Russland aufgefordert, die Rolle der Türkei im Abkommen zu der umkämpften Kaukasus-Region Bergkarabach zu klären. Das sagte ein hochrangiger Sprecher des US-Ministeriums nach den Verhandlungen zwischen den Außenministern beider Länder, Mike Pompeo und Jean-Yves Le Drian.

    Dem Sprecher zufolge bleiben die USA und Frankreich ihrer Rolle als Co-Vorsitzende der Minsker OSZE-Gruppe verpflichtet. 

    „Wir erkennen die Maßnahmen Russlands an, die zu einem Waffenstillstand geführt haben, der tatsächlich eine Woche andauerte“, sagte der Sprecher.

    „Wir erkennen aber auch an, dass die Russen viele Fragen klären müssen, beispielsweise die Parameter des Abkommens, einschließlich der Rolle der Türkei“, hieß es. Dies sei die gemeinsame Haltung beider Länder. 

    Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hat inzwischen geäußert, die Co-Vorsitzenden der Minsker Gruppe würden zweifelsohne alle Erklärungen erhalten, wenn sie diese bräuchten. „Vor allem, wo unsere diplomatischen Behörden derzeit zu Fragen zu Bergkarabach regelmäßig in Kontakt sind.“

    Türkische Beteiligung 

    Die Türkei erklärte vor kurzem, sie nehme an der Friedensmission in Bergkarabach teil. Doch wie Kreml-Sprecher Dmitri Peskow zuvor mitgeteilt hatte, stehe in der Vereinbarung zwischen Russland, Aserbaidschan und Armenien zum Ende der Kampfhandlungen kein einziges Wort über die Präsenz türkischer Friedenstruppen in der Region. 

    Vorige Woche riefen Moskau und Ankara ein gemeinsames Zentrum zur Überwachung der zuvor vereinbarten Waffenruhe in Bergkarabach ins Leben. Das Zentrum wird sich auf dem Territorium des aserbaidschanischen Kernlandes befinden. Militärs beider Länder werden Informationen über die Lage an der Trennlinie erfassen und auswerten sowie beliebige Beschwerden oder Probleme prüfen, die mit Verstößen gegen die erzielten Vereinbarungen zusammenhängen.

    Ende des Bergkarabach-Konfliktes vereinbart 

    Die Präsidenten Russlands, Aserbaidschans und der Premierminister Armeniens haben am Montag eine Erklärung zur Einstellung der Kampfhandlungen in Bergkarabach unterzeichnet. Demnach soll ab dem 10. November eine komplette Waffenruhe gelten. Die Truppen Aserbaidschans und Armeniens bleiben an den aktuellen Positionen. Armenien muss bis zum Monatsende mehrere Gebiete um Bergkarabach an Aserbaidschan zurückgeben. Beide Staaten verpflichten sich zum Austausch von Kriegsgefangenen. Außerdem werden in Bergkarabach russische Friedenstruppen stationiert.

    Laut dem armenischen Premierminister, Nikol Paschinjan, war diese Entscheidung für ihn extrem schmerzhaft. Gleich danach kam es in Jerewan zu Protesten. Der Präsident Aserbaidschans, Ilcham Alijew, bezeichnete die Unterzeichnung des Dokuments als Kapitulation Armeniens. Das Abkommen sei für Baku äußerst vorteilhaft. 

    om/ae

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Rüstungskreise: Russische Drohne Ochotnik erstmals als Abfangflugzeug getestet
    Trauer in Trier: Auto als Waffe schwer zu verhindern – rheinland-pfälzischer Innenminister
    Russischer Impfstoff darf dran, so Kommission von der Leyens - aber „nirgendwo in EU außer Ungarn“
    Tags:
    Rolle, Türkei, Bergkarabach-Konflikt, Russland, Frankreich, USA