13:28 04 Dezember 2020
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    Der Verzicht Armeniens auf das jüngst erzielte Abkommen zu Bergkarabach käme für dieses Land laut dem russischen Staatschef Wladimir Putin einem Selbstmord gleich.

    „Das wäre Selbstmord. Premier Paschinjan – es fällt ihm natürlich schwer, aber er hat das wahre Bild beschrieben, die wahre Sachlage, wie sie zum Zeitpunkt der Unterzeichnung unserer dreiseitigen Erklärung war, und wie sie derzeit ist. Ich habe nichts hinzuzufügen. Er hat die Wahrheit gesagt“, sagte Putin gegenüber dem TV-Sender Rossiya 24.

    Putin betonte dabei, dass es Sache jedes Landes sei, die Vereinbarungen einzuhalten oder nicht einzuhalten, aber „es wäre ein großer Fehler“, die Verpflichtungen nicht zu erfüllen.

    „Ich hoffe, dass dies nicht passieren wird“, so der Präsident.

    Verratsvorwürfe

    Ferner sagte Putin, dass die Verratsvorwürfe gegen den armenischen Premier Nikol Paschinjan „jeder Grundlage entbehren“. Putin erläuterte, dass Paschinjan, der die ihm vorgeschlagene Bedingung der Rückkehr von Flüchtlingen in die Stadt Şuşa (auch Schuschi oder Schuscha) für die Feuereinstellung in Bergkarabach als „Bedrohung der Interessen Armeniens und Karabachs“ eingestuft hatte, ihm gesagt habe, dass „wir das nicht akzeptieren können, wir werden kämpfen, wir werden Krieg führen“.

    „Die andere Sache: Ob es richtig oder falsch war, ist eine andere Frage, aber hier kann keine Rede von Verrat sein“, sagte Russlands Präsident.

    Russlands Staatschef Wladimir Putin hatte am Dienstag erklärt, dass er im Oktober den Präsidenten Aserbaidschans, Ilcham Alijew, bei den Telefonverhandlungen überzeugt hätte, die Kampfhandlungen in Bergkarabach unter der Bedingung der Rückkehr der Flüchtlinge nach Şuşa einzustellen, aber Armenien wäre dagegen gewesen.

    Vereinbarung zu Bergkarabach

    In der Nacht auf den 10. November hatten Russland, Aserbaidschan und Armenien ein Abkommen über die Einstellung des Feuers in Bergkarabach unterzeichnet. Darin heißt es unter anderem, dass die aserbaidschanischen und armenischen Militärs in den von ihnen besetzten Stellungen bleiben und Gefangene austauschen sollen.

    Armenien soll die Bezirke Kəlbəcər, Laçın und Ağdam an Baku zurückgegeben. Darüber hinaus sollen in Bergkarabach russische Friedenstruppen stationiert werden. Die Gruppe wird aus 1960 russischen Friedensstiftern, 90 Schützenpanzerwagen sowie 380 Fahrzeugen und Spezialtechnik bestehen.

    Die Situation in Bergkarabach hatte sich am 27. September zugespitzt. Armenien und Aserbaidschan gaben sich immer wieder gegenseitig die Schuld am Ausbruch der Kämpfe. Die Situation erschwerte sich dadurch, dass Baku aktiv von der Türkei (Nato-Mitglied) unterstützt wurde. Armenien ist seinerseits Mitglied der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS).

    ak/sna/ae

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    Tags:
    Bergkarabach-Konflikt, Selbstmord, Wladimir Putin, Armenien, Aserbaidschan, Russland