20:07 24 November 2020
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    Die USA und ihre Nato-Verbündeten sind enttäuscht darüber, dass der Krieg in Bergkarabach unter Vermittlung Moskaus gestoppt worden ist und versuchen daher, erneut Zwietracht zwischen den Völkern Aserbaidschans und Armeniens zu stiften. Dies geht aus einer Mitteilung des russischen Auslandsgeheimdienstes SRW von Mittwoch hervor.

    „Die führenden Nato-Staaten versuchen, ihre Verärgerung bezüglich der Einigung über einen Waffenstillstand in Bergkarabach zu verbergen, die Aserbaidschan und Armenien mit der aktiven Beteiligung Russlands erzielt haben. Die USA und ihre Verbündeten sind enttäuscht darüber, dass der Krieg unter Vermittlung Moskaus gestoppt wurde. Schließlich hat dies ihre langjährige Arbeit 'zunichte gemacht', Russland aus Transkaukasien zu verdrängen“, sagte der Chef des Auslandsgeheimdienstes Russlands, Sergej Naryschkin.

    Ihm zufolge wollen sich weder Washington noch das „vereinte Europa“ mit dem bestehenden Kräfteverhältnis in der Region abfinden.

    „Um es 'abzubauen', dachten sie sich nichts Besseres aus, als erneut zu versuchen, Zwietracht zwischen den Völkern Aserbaidschans und Armeniens zu stiften“, fügte Naryschkin hinzu.

    Nach den dem SWR vorliegenden Informationen würden einige westliche Länder über die verfügbaren Kanäle armenische und aserbaidschanische Nationalisten provozieren, das jüngste Waffenstillstandsabkommen zu diskreditieren und zu unterwandern, hieß es weiter. Es gebe Versuche, die Armenier davon zu überzeugen, dass der Frieden in Bergkarabach eine Niederlage für Eriwan sei und ein „Krieg bis zum bitteren Ende“ notwendig sei. Den Aserbaidschanern hingegen würde gesagt, dass der Kreml „ihnen den Sieg gestohlen“ habe, als die aserbaidschanische Armee praktisch dabei gewesen sein, die Karabach-Hauptstadt Stepanakert zu erobern.

    „Solche Aktionen sind ein weiterer Beweis dafür, dass die USA und ihre europäischen Freunde wie immer ihre Probleme auf Kosten der Interessen der einfachen Leute lösen - diesmal der Aserbaidschaner und Armenier“, so die Behörde.

    Vereinbarung zu Bergkarabach

    In der Nacht auf den 10. November hatten Russland, Aserbaidschan und Armenien ein Abkommen über die Einstellung des Feuers in Bergkarabach unterzeichnet. Demnach bleiben Aserbaidschan und Armenien in den von ihnen besetzten Stellungen. Es soll der Austausch von Kriegsgefangenen, Geiseln, aber auch von weiteren festgesetzten Personen und der Leichen der Gefallenen erfolgen. Entlang der Berührungslinie in Bergkarabach und des Korridors Laçın wird ein russisches Friedenskontingent aus 1960 Militärs mit Kleinwaffen, 90 Transportpanzern und 380 Fahrzeugen und Sondertechnik stationiert. Sein Kern werden die Einheiten der 15. separaten motorisierten Schützenbrigade des Zentralen Militärbezirks sein.

    Bergkarabach-Konflikt

    Der seit dem Zerfall der Sowjetunion schwelende Konflikt um Bergkarabach war am 27. September eskaliert. Zwischen Armenien und Aserbaidschan kam es zu schweren militärischen Auseinandersetzungen, es gibt Opfer unter Zivilisten. Die beiden Ex-Sowjetrepubliken machten sich gegenseitig für die Eskalation verantwortlich und ordneten die Mobilmachung an. Die Situation erschwerte sich dadurch, dass Baku aktiv von der Türkei (Nato-Mitglied) unterstützt wurde. Armenien ist seinerseits Mitglied der von Russland angeführten Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS).

    pd/mt/sna

     

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    Tags:
    Vermittlung, Russland, Vereinbarung, Waffenstillstand, Bergkarabach-Konflikt, Aserbaidschan, Armenier