06:07 03 Dezember 2020
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    Die USA und Frankreich haben ein „verletztes Ehrgefühl“ bezüglich des jüngsten, unter Vermittlung Moskaus erzielten Abkommens zu Bergkarabach. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat sich zu dem Thema gegenüber russischen Medien geäußert.

    „In meine Kontakte mit den US-amerikanischen und französischen Kollegen in den letzten Tagen sowie in die Kontakte zwischen Präsident Macron und Präsident Putin bezüglich der Bergkarabach-Frage mischt sich deutlich ein verletztes Ehrgefühl. Es ist traurig“, sagte Lawrow.

    In den letzten Tagen habe er zweimal mit seinem französischen Kollegen Jean-Yves Le Drian gesprochen und dabei versucht, ihm zu erklären, dass es Moskau wichtig sei und es sich darum sorgen würde, dass Menschen nicht getötet würden, dass es keine Tausenden Flüchtlinge und Vertriebene geben würde, hieß es.

    „In einer Situation, in der es buchstäblich um Minuten ging (jede dieser Minuten hatte einen Preis in Form von Menschenleben), in Washington, in Paris anzurufen und zu vereinbaren, ob sie bestimmte Formulierungen unterstützen würden (…). Es ist hinsichtlich der einfachen menschlichen Moral falsch und unethisch, solche Ansprüche zu erheben. Leider wird die Politik oft von dem Wunsch dominiert, zu 'funken', eine Art schnelle Initiative zu zeigen, einen 'innenpolitischen Jackpot zu knacken', eigene Positionen in einigen multilateralen Strukturen wie der Europäischen Union  zu stärken, eigene Führungskraft zu bekräftigen und so weiter. Das ist bedauerlich“, so der russische Außenminister.

    Vereinbarung zu Bergkarabach

    In der Nacht auf den 10. November hatten Russland, Aserbaidschan und Armenien ein Abkommen über die Einstellung des Feuers in Bergkarabach unterzeichnet. Demnach bleiben Aserbaidschan und Armenien in den von ihnen besetzten Stellungen. Es soll der Austausch von Kriegsgefangenen, Geiseln, aber auch von weiteren festgesetzten Personen und von Leichen der Gefallenen erfolgen. Entlang der Berührungslinie in Bergkarabach und des Korridors Laçın wird ein russisches Friedenskontingent aus 1960 Militärs mit Kleinwaffen, 90 Transportpanzern und 380 Fahrzeugen und Sondertechnik stationiert. Sein Kern werden die Einheiten der 15. separaten motorisierten Schützenbrigade des Zentralen Militärbezirks sein.

    Bergkarabach-Konflikt

    Der seit dem Zerfall der Sowjetunion schwelende Konflikt um Bergkarabach war am 27. September eskaliert. Zwischen Armenien und Aserbaidschan kam es zu schweren militärischen Auseinandersetzungen, es gibt Opfer unter Zivilisten. Die beiden Ex-Sowjetrepubliken machten sich gegenseitig für die Eskalation verantwortlich und ordneten die Mobilmachung an. Die Situation erschwerte sich dadurch, dass Baku aktiv von der Türkei (Nato-Mitglied) unterstützt wurde. Armenien ist seinerseits Mitglied der von Russland angeführten Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS).

    pd/mt/sna

     

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    Tags:
    Vereinbarung, Waffenstillstand, Frankreich, USA, Konflikt, Bergkarabach-Konflikt, Moskau