16:24 28 November 2020
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    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat am Donnerstag im Videoformat Gespräche mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Alijew und dem armenischen Premierminister Nikol Paschinjan geführt und den Wunsch geäußert, Maßnahmen zum Schutz des religiösen und kulturellen Erbes von Bergkarabach zu ergreifen. Das teilte der Elysee-Palast mit.

    Demnach hat Macron zunächst mit Alijew und dann mit Paschinjan gesprochen. Er sei dabei auf die Prioritäten von Paris nach der jüngsten Vereinbarung zu Bergkarabach eingegangen, hieß es. Macron habe die humanitären Hilfsmaßnahmen vonseiten Frankreichs thematisiert und den Wunsch geäußert, entschlossene Maßnahmen zum Schutz des religiösen und kulturellen Erbes der Region zu ergreifen.

    Die Einstellung des Feuers solle es nun ermöglichen, die Verhandlungen wiederaufzunehmen, um die Bevölkerung von Bergkarabach schützen und die Rückkehr von mehreren tausend Menschen gewährleisten zu können, die zuvor ihre Häuser verlassen und fliehen mussten, hieß es weiter.

    Vereinbarung zu Bergkarabach

    In der Nacht auf den 10. November hatten Russland, Aserbaidschan und Armenien ein Abkommen über die Einstellung des Feuers in Bergkarabach unterzeichnet. Demnach bleiben Aserbaidschan und Armenien in den von ihnen besetzten Stellungen. Es soll der Austausch von Kriegsgefangenen, Geiseln, aber auch von weiteren festgesetzten Personen und von Leichen der Gefallenen erfolgen. Entlang der Berührungslinie in Bergkarabach und des Korridors Laçın wird ein russisches Friedenskontingent aus 1960 Militärs mit Kleinwaffen, 90 Transportpanzern und 380 Fahrzeugen und Sondertechnik stationiert. Sein Kern werden die Einheiten der 15. separaten motorisierten Schützenbrigade des Zentralen Militärbezirks sein.

    Der armenische Premierminister Nikol Paschinjan stellte in seiner Erklärung fest, dass die Vereinbarung eine äußerst schwierige Entscheidung für ihn gewesen sei. Diese habe es jedoch ermöglicht, das zu bewahren, was Bergkarabach sonst verloren hätte.

    Der Präsident Aserbaidschans, Ilham Alijew, wiederum bezeichnete die Unterzeichnung des Dokuments als eine Kapitulation Armeniens. Das Abkommen sei für Baku am vorteilhaftesten; jetzt sei die militärische Phase abgeschlossen und es sei möglich, sich mit politischen Fragen zu befassen.

    Bergkarabach-Konflikt

    Der seit dem Zerfall der Sowjetunion schwelende Konflikt um Bergkarabach war am 27. September eskaliert. Zwischen Armenien und Aserbaidschan kam es zu schweren militärischen Auseinandersetzungen, es gibt Opfer unter Zivilisten. Die beiden Ex-Sowjetrepubliken machten sich gegenseitig für die Eskalation verantwortlich und ordneten die Mobilmachung an. Die Situation erschwerte sich dadurch, dass Baku aktiv von der Türkei (Nato-Mitglied) unterstützt wurde. Armenien ist seinerseits Mitglied der von Russland angeführten Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS).

    pd/mt/sna

     

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    Tags:
    Aserbaidschan, Armenien, Bergkarabach-Konflikt, Emmanuel Macron, Paris