18:51 24 November 2020
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    Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko ist am Freitag gegenüber Journalisten auf die Oppositionsproteste nach der Präsidentenwahl eingegangen und hat dabei angekündigt, die von den Demonstranten benutzte weiß-rot-weiße Symbolik dem Leben im Land „schön“ entnehmen zu wollen.

    „(...) Wir werden diese faschistische Symbolik aus unserer Gesellschaft entfernen, wir werden es schön machen, wobei wir vor allem erklären werden, dass man dies nicht tun darf. Unser Land hat am meisten während des Krieges gelitten“, zitiert die staatliche Agentur Belta Lukaschenko. Er spielte dabei darauf an, dass die weiß-rot-weiße Flagge während des Großen Vaterländischen Krieges von Kollaborateuren verwendet wurde.

    Er selbst laufe nicht unter den faschistischen weiß-rot-weißen Flaggen und würde offen sagen, dass dies eine faschistische Symbolik sei, so der weißrussische Präsident. 

    Auch gab Lukaschenko an, dass er sich kategorisch gegen die weiß-rot-weiße Flagge ausgesprochen habe, die die Nationalisten nach dem Zerfall der UdSSR als ein Symbol des unabhängigen Weißrusslands haben durchsetzen wollen.     

    „Ich wurde Präsident und bot unverzüglich (das Thema – Anm. d. Red.) als eine Frage für ein Referendum an: Entscheiden Sie, hier ist eine Symbolik, hier ist die zweite. Die überwiegende Mehrheit unterstützte die aktuelle Staatssymbolik. Welche Fragen können an mich gestellt werden?“, fügte Lukaschenko hinzu.

    Die Behörden würden die Öffentlichkeit über die Geschichte der Oppositionssymbole informieren, hieß es.

    „Wir werden es klären. Aber es muss den Menschen gesagt, erklärt und erzählt werden, damit sie verstehen, was wir haben und was wir haben werden“, betonte der weißrussische Staatschef.

    Proteste in Weißrussland

    Bei den Präsidentenwahlen in Weißrussland am 9. August hatte Alexander Lukaschenko mit mehr als 80 Prozent der Wählerstimmen nach offiziellen Angaben zum sechsten Mal in Folge gesiegt. Die Opposition erkannte das Ergebnis nicht an und erklärte seine Herausforderin Swetlana Tichanowskaja zur wahren Siegerin.

    Daraufhin kam es landesweit zu Protesten, die von den Ordnungskräften zunächst gewaltsam niedergeschlagen wurden. Die Behörden bestätigten drei Tote unter den Protestierenden. Die Protestaktionen dauern immer noch an, wobei sonntags besonders groß angelegte stattfinden.

    Zugleich führen Lukaschenkos Anhänger, dessen Amtseinführung am 23. September stattgefunden hat, ihre Veranstaltungen durch. Die Sicherheitskräfte erklärten, dass sich die Proteste in Weißrussland radikalisieren würden.  

    pd/mt/sna

     

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    Tags:
    Symbol, Flagge, Opposition, Protest, Alexander Lukaschenko, Weißrussland