16:02 28 November 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    391466
    Abonnieren

    Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (OA) hat in einem Schreiben an Nancy Pelosi, die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, die Hoffnung darauf geäußert, dass es nach dem Wahlsieg des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden zu einem Neustart hinsichtlich des deutsch-russischen Pipeline-Projekts Nord Stream 2 kommen wird.   

    „Mit dem Wahlsieg von Joe Biden verbinden sich in Deutschland und der deutschen Wirtschaft große Hoffnungen auf eine Wiederbelebung der transatlantischen Partnerschaft“, heißt es in einem Schreiben des OA an Nancy Pelosi und andere prominente US-Demokraten wie Chuck Schumer, den Minderheitenführer im Senat, von Dienstag, das dem „Handelsblatt“ vorliegt.

    Allerdings habe die deutsche Wirtschaft mit Sorge davon erfahren, „dass die US-Demokraten auch nach dem erfolgreichen Wahlkampf von Joe Biden neue, extraterritoriale Sanktionen gegen das Projekt Nord Stream 2 auf Kosten europäischer Unternehmen einführen wollen“, heißt es weiter. Der Ostausschuss appelliert an die USA, von Wirtschaftsstrafen abzusehen.

    Die Verhinderung von Nord Stream 2 sei eines der wenigen Anliegen, das die zerstrittenen US-Parteien verbinden würde, schreibt „Handelsblatt“. Biden stecke sogleich in einem Dilemma: Werde er das Projekt stoppen, würden die Beziehungen zu Berlin leiden. Werde er aber die Sanktionen lockern, werde die Pipeline fertiggestellt, die er selbst als einen „grundsätzlich schlechten Deal“ bezeichnet hatte.

    Nord Stream 2

    Das Projekt umfasst den Bau von zwei Strängen einer Gaspipeline mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern pro Jahr von der russischen Küste durch die Ostsee bis nach Deutschland. Die Pipeline verläuft in den Territorialgewässern von Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland und kostet rund zehn Milliarden Euro.

    Die USA, die verflüssigtes Erdgas auf den europäischen Markt bringen wollen, treten gegen den Bau der Gaspipeline auf. Washington hatte im Dezember Sanktionen gegen das Nord-Stream-2-Projekt verhängt und von den Partnerunternehmen einen unverzüglichen Arbeitsstopp gefordert. Das schweizerische Unternehmen Allseas stellte daraufhin die Arbeit ein. US-Politiker erwägen derzeit eine Erweiterung der Restriktionen.

    Offiziell teilte der Konzern Gazprom im August nur mit, dass er weiter zu seinen Plänen zum Weiterbau von Nord Stream 2 stehe und die dafür notwendigen Arbeiten erfülle. Das Unternehmen sei jedoch in der öffentlichen Preisgabe der Informationen beschränkt, unter anderem wegen des erheblichen Drucks, der auf das Projekt ausgeübt werde.

    pd/mt

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Mord an iranischem Atomphysiker: US-Geheimdienst hält Israel für schuldig — NYT
    Tanker prallt gegen Kaimauer im Hamburger Hafen - Augenzeugen-Video
    Polnische und deutsche Сorona-Skeptiker protestieren in Frankfurt an der Oder: Gegendemo erwartet
    Tags:
    Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft, Wirtschaft, Joe Biden, Nord Stream 2, USA