04:25 25 November 2020
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    Laut dem russischen Außenminister Sergej Lawrow, der am Samstag mit einer zwischenbehördlichen Delegation einen Besuch in Armenien abstattet, haben alle Verhandlungsparteien dort anerkannt, dass es keine Alternative zu der Erklärung vom 9. November zu Bergkarabach gibt. 

    „Wir haben umfassende Verhandlungen geführt. Das Hauptaugenmerk lag auf den Aufgaben im Zusammenhang mit der Gewährleistung einer klaren und vollständigen Umsetzung der gemeinsamen Erklärung der Staats- und Regierungschefs Russlands, Armeniens und Aserbaidschans vom 9. November zur Einstellung der Kampfhandlungen um Bergkarabach und zur Durchführung einer Friedensoperation sowie zur Durchführung humanitärer Maßnahmen zur Unterstützung der Zivilbevölkerung“, sagte Lawrow.

    Ihn zufolge wurde von allen erkannt, dass diese Erklärung der einzige Weg ist, um die Situation zu meistern, die vor einigen Wochen einen sehr, sehr akuten Charakter angenommen hatte.

    Die Verhandlungsparteien hätten einstimmig betont, dass die Versuche, nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland, die Erklärung zu Bergkarabach in Frage zu stellen, inakzeptabel seien, hieß es weiter. Während der Gespräche sei die Entschlossenheit bekräftigt worden, alles zu tun, damit die gemeinsame Erklärung weiterhin funktionieren werde.

    Zudem gab Lawrow an, dass die russische Seite intensive Aktivitäten vonseiten der UNESCO bezüglich der Erhaltung von Denkmälern in Bergkarabach erwarten würde. Er habe am Tag zuvor mit der Führung der UNESCO über die Notwendigkeit gesprochen, dass diese Organisation im Einklang mit den bestehenden Konventionen mehr Engagement zur Erhaltung des kulturellen, zivilisatorischen und religiösen Erbes in Bergkarabach zeigen solle. 

    „Dies wäre ein sehr wichtiger Beitrag zur Gewährleistung interreligiöser, interethnischer Versöhnung und Harmonie in dieser alten Region der Welt“, so der russische Außenminister.

    „Wir hoffen, dass die UNESCO hier mehr Aktivität zeigen wird, als dies in Reaktion auf zahlreiche Appelle zur Erhaltung von Kulturdenkmälern in Syrien, vor allem in Aleppo und Palmyra,  geschah, wo sich unsere Freunde von der UNESCO offen gesagt nicht als aktive Akteure erwiesen haben“, fügte Lawrow hinzu.

    Auch wünsche sich Russland, dass die Einrichtungen der Uno an der Lösung der humanitären Probleme in Bergkarabach Interesse zeigen würden. 

    Vereinbarung zu Bergkarabach

    In der Nacht auf den 10. November hatten Russland, Aserbaidschan und Armenien ein Abkommen über die Einstellung des Feuers in Bergkarabach unterzeichnet. Demnach bleiben Aserbaidschan und Armenien in den von ihnen besetzten Stellungen. Es soll der Austausch von Kriegsgefangenen, Geiseln, aber auch von weiteren festgesetzten Personen und der Leichen der Gefallenen erfolgen. Entlang der Berührungslinie in Bergkarabach und des Korridors Laçın wird ein russisches Friedenskontingent aus 1960 Militärs mit Kleinwaffen, 90 Transportpanzern und 380 Fahrzeugen und Sondertechnik stationiert. Sein Kern werden die Einheiten der 15. separaten motorisierten Schützenbrigade des Zentralen Militärbezirks sein.

    Bergkarabach-Konflikt

    Der seit dem Zerfall der Sowjetunion schwelende Konflikt um Bergkarabach war am 27. September eskaliert. Zwischen Armenien und Aserbaidschan kam es zu schweren militärischen Auseinandersetzungen, es gibt Opfer unter Zivilisten. Die beiden Ex-Sowjetrepubliken machten sich gegenseitig für die Eskalation verantwortlich und ordneten die Mobilmachung an. Die Situation erschwerte sich dadurch, dass Baku aktiv von der Türkei (Nato-Mitglied) unterstützt wurde. Armenien ist seinerseits Mitglied der von Russland angeführten Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS).

    pd/mt/sna

     

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    Tags:
    Bergkarabach-Konflikt, Alternative, Verhandlungen, Sergej Lawrow, Eriwan