12:57 19 Juni 2018
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    Massaker in Odessa - Kein Tag der Trauer, sondern ein Tag des Sieges

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    Armin Siebert
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    Am 2. Mai 2014 wurden im Gewerkschaftshaus in Odessa in der Ukraine mehr als 50 „Antimaidan“-Aktivisten von Mitgliedern des extremistischen „Rechten Sektors“ und Fußball-„Ultras“ ermordet. Der Journalist und Verleger Frank Schumann war zum vierten Jahrestag der Tragödie in Odessa und sah eine verunsicherte Bevölkerung und einen starken rechten Mob.

    Herr Schumann, Sie waren vergangene Woche zum vierten Jahrestag des Massakers im Gewerkschaftshaus in Odessa. Was haben Sie erlebt?

    „Erst war ich am 1. Mai auf der Maikundgebung. Da waren nur fünfzig Leute, was ich schon bezeichnend fand. Es gab keine Lieder, keine Transparente, weil es Auflagen gab, dass es keinerlei politischen Bezug geben darf. Dann waren da noch sechs junge Leute, die ständig Sprüche skandierten wie „Slava Ukraini“ oder „Tod den Russen“ und dort reinblökten und ihre Helden wie Stepan Bandera hochleben ließen. Und dieselben Leute sah ich dann am 2. Mai auch wieder auf dem Kulikowo Pole, dem Platz, wo das Gewerkschaftshaus steht. Der Platz war weiträumig abgesperrt, alle fünf Meter stand ein Polizist. Es waren etwa 2000 Leute zum Trauern und Gedenken da. Es waren neben den sechs Provokateuren vom Vortage noch mehr Nazis da. Die gaben dann Interviews an die Medien und erzählten, das wäre für sie heute kein Tag der Trauer, sondern ein Tag des Sieges. Vor vier Jahren wären „Kartoffelkäfer“ verbrannt worden („Kolorady“ – abwertende Bezeichnung für prorussische Aktivisten, Anm. d. Red), das sei doch ein Grund zum Feiern.“

    Hören und lesen Sie das gesamte Interview mit Frank Schumann hier.

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    Tags:
    Trauerfeierlichkeiten, Trauertag, Rechtsextremismus, 1. Mai, Antimaidan, Ultras, Organisation Rechter Sektor, Rechter Sektor, Stepan Bandera, Frank Schumann, Maidan, Russland, Donbass, Odessa, Ukraine
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