23:04 23 November 2017
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    Crash für 2017 vorprogrammiert? - Finanzexperte Wolff warnt vor „bösem Erwachen“

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    Armin Siebert
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    Die Weltwirtschaft wird 2017 weiter wachsen - so lauten zumindest die Prognosen. Der Finanzexperte Ernst Wolff warnt dagegen vor einem Crash. Das Hauptproblem ist das weltweite Finanzsystem, in das immer mehr Geld gepumpt wird. Auch die EU könnte ins Wanken geraten. Entscheidend für Russland und die USA ist dagegen der Ölpreis.

    "2017 wird das Jahr des bösen Erwachens. Es gibt zu viele künstlich aufgeblähte Blasen an den Märkten. Die Zentralbanken pumpen unendlich viel Geld in die Märkte und halten sie so am Leben. Das ist nichts, was aus der Realwirtschaft entsteht oder durch normales Wachstum erzeugt wird."

    "Die Zunahme von Terrorismus hängt ja unmittelbar mit Politik zusammen. Der Terrorismus im Nahen Osten ist vor allem durch die Politik der USA und ihrer Verbündeten in der Nato entstanden. Meine große Befürchtung ist, dass es im Nahen Osten in diesem Jahr zu einem ganz großen Krieg kommen wird. Der Ölpreis muss in die Höhe getrieben werden und das geht am besten, indem man Ölquellen im Nahen Osten zerstört. Donald Trump wird die amerikanische Politik in diese Richtung verändern. Er wird Russland aus dem Fadenkreuz nehmen und den Fokus Richtung Naher Osten verschieben."

    "Die Flüchtlingskrise ist ja auch nicht gelöst. Noch dient die Türkei als Bollwerk. Aber wenn es zu weiteren Kriegen im Nahen Osten kommt, kann auch die Türkei all diese Menschen nicht mehr aufhalten. Dann wird es eine weitere große Flüchtlingswelle geben. Es sei denn, diese Kriegspolitik wird beendet."

    "Ins Wanken bringen wird die EU die schwierige Situation der Banken und der Staatshaushalte in Südeuropa. Länder wie Griechenland, Portugal, Spanien und vor allem Italien werden künstlich am Leben erhalten. Die EZB druckt zurzeit 80 Milliarden Euro im Monat, also über eine Billion, die sie in den letzten anderthalb Jahren ins System gepumpt hat. Das Ergebnis eines solchen Vorgehens kann nur das Zerplatzen des gesamten Systems oder eine Hyperinflation sein."

    "Russland hat einen guten, niedrigen Schuldenstand, verglichen mit den westlichen Ländern. Aber Russland leidet natürlich auch unter dem niedrigen Ölpreis. Ich glaube, auch die Begeisterung, die im Moment noch in Russland für Trump besteht, hängt damit zusammen, dass Trump alles für einen höheren Ölpreis tun wird."

    "Hillary Clinton war ja diejenige, die den Krieg gegen Russland provozieren wollte. Trump ist da mehr auf der Linie eines "new realignement with Russia", eines neuen Auskommens mit Russland. Es ist sicher positiv für Russland, dass sie nicht mehr Hauptkriegsziel der Amerikaner sind. Und wenn die USA Krieg führen im Nahen Osten, würde ja auch Russland profitieren vom ansteigenden Ölpreis."

     


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    Tags:
    Crash, Terror, Flüchtlingskrise, Banken, Europäische Zentralbank (EZB), Ernst Wolff, Donald Trump, Hillary Clinton, Europäische Union, Portugal, Spanien, Türkei, Griechenland, Italien, Deutschland, USA, Russland