23:03 23 November 2017
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    Finanzexperte Wolff: Italien ist eine Tretmine für das europäische Bankensystem

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    Armin Siebert
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    Die italienischen Steuerzahlen müssen die Pleite zweier italienischer Banken mit bis zu 17 Milliarden Euro bezahlen. Allerdings ist dies in Italien nur die Spitze des Eisberges. Der Finanzexperte Ernst Wolff spricht von einer Umverteilung von unten nach oben, bei der die Großbanken profitieren. Außerdem wurde hier EU-Recht gebrochen.

    Herr Wolff, zwei eher kleine Banken in Italien müssen vom Staat gerettet werden mit sehr viel Geld. Was ist so bedeutend an diesem Fall?

    "Was wir gerade in Italien erlebt haben, ist das nächste Kapitel in dem Buch „Die große Umverteilung von unten nach oben“. Zwei kleinere Banken sind Pleite gegangen und von einer Großbank für einen Euro übernommen worden. Dafür hat diese Großbank die gesamten Vermögenswerte dieser Banken, einschließlich 960 Filialen, bekommen. Die gesamten Schulden dieser Banken wurden jedoch dem italienischen Staat überschrieben. Als erste Maßnahme hat die Großbank nun angekündigt, ein Drittel des Personals, 3900 von 10.800 Mitarbeitern, zu entlassen."

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    Banken, Ernst Wolff, Italien, Deutschland