19:19 12 Dezember 2018
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    „Cum-Cum“-Geschäfte: Neuer Wirbel um größten Steuerbetrug – Kanzlei durchsucht

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    Armin Siebert
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    Es kommt Bewegung in die Aufarbeitung des größten Steuerskandals der deutschen Geschichte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Kanzlei Freshfields, die an Bundesgesetzen mitgeschrieben und gleichzeitig Banken zu Steuertricks beraten haben soll. So oder so wird der Staat nur einen Bruchteil der entgangenen Steuereinnahmen zurückbekommen.

    Im Juni 2017 wurde bekannt, dass mehr als 100 Banken und ein knappes Dutzend Investment-Banker den deutschen Staat seit Anfang der Neunziger Jahre durch ausgeklügelte Steuertricks um mehr als 30 Milliarden Euro geprellt haben. Die sogenannten Cum-Cum- und Cum-Ex-Aktiengeschäfte waren so komplex, dass das Bundeszentralamt für Steuern erst 2011 auf Ungereimtheiten aufmerksam wurde. Mehrere Finanzminister von Hans Eichel bis Wolfgang Schäuble ließen das Thema über Jahre ruhen, da sich hier offensichtlich selbst für die obersten Wirtschaftsverwalter des Landes börsenmanipulatives Neuland auftat.

    Prof. Dr. Christoph Spengel von der Universität Mannheim hat das zentrale Gutachten zum entstandenen Schaden durch den Steuerbetrug erstellt. Er begrüßt, dass es nun endlich zu Untersuchungen kommt, bemängelt aber die niedrige Aufklärungsquote.

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    Steuerbetrug, Deutschland