08:00 22 August 2018
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    Energieexperte ist sicher: Nord Stream 2 nicht mehr zu verhindern

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    Armin Siebert
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    Der Druck auf die russische Gas-Pipeline Nord Stream 2 wächst: Polen und die baltischen Staaten lobbyieren in Brüssel. Dänemark ändert Gesetze. Die Ukraine fürchtet um Transiteinnahmen. Und die USA wollen Flüssiggas in Europa verkaufen. Der Energiespezialist Roland Götz ist trotzdem sicher, dass die neue Pipeline nicht mehr zu verhindern ist.

    Dr. Roland Götz ist Energieexperte mit Schwerpunkt Wirtschaft Russlands. Götz hat unter anderem am Bundesinstitut für ostwissenschaftliche und internationale Studien (BIOst) in Köln und bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin zur Wirtschaft der Sowjetunion und ihrer Nachfolgestaaten geforscht.

    Herr Götz, in welchem Zustand ist das ukrainische Gastransitsystem?

    Das ukrainische Gastransitsystem ist in den Siebziger-, Achtziger-Jahren des vorigen Jahrhunderts gebaut worden, hat also ein Durchschnittsalter von knapp vierzig Jahren. So ist es wohl in einem eher mittelguten Zustand. Es wurde nur wenig erneuert und eher immer wieder repariert. In den nächsten Jahren wären eigentlich Erneuerungen im Wert von einigen Milliarden Euro nötig. Im ukrainischen Staatshaushalt und im Haushalt der zuständigen Firma Naftogaz wurden dafür bisher keine Mittel bereitgestellt. Und die Hoffnung, dass sich ausländische Investoren einkaufen, hat sich bisher nicht erfüllt.“

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    Tags:
    Energielieferungen, Nord Stream 2, Energiepolitik, Gastransit, BIOst, SWP, Naftogaz, Gazprom, Roland Götz, Deutschland, Russland, Ukraine