09:01 26 Juni 2017
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    Fake-News-Prozess - Flüchtling verliert vor Gericht gegen Facebook

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    Bolle Selke
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    Facebook hat im Rechtsstreit um verleumderische Falschmeldungen über einen syrischen Flüchtling einen Sieg errungen. Das Netzwerk muss nicht von sich aus alle Falschmeldungen suchen und löschen, entschied das Landgericht Würzburg. Professor Martin Emmer sieht jetzt vor allem die Politik in der Pflicht.

    "Das Grundproblem geht ein bisschen tiefer. Es wurde ja gefordert, dass das Unternehmen praktisch alle vergleichbaren Fotos auch findet und löscht und das ist natürlich eine Forderung, die ein bisschen weiter geht, als einfach nur das zu löschen, was ein einzelner Nutzer da fordert. Die Frage ist ja: Ist so etwas eigentlich politisch wünschbar? Das verweist eher auf die Notwendigkeit, dass man sich politisch ein paar Gedanken macht. Wie soll eigentlich eine Plattform wie Facebook rechtlich behandelt werden? In unserem Medienrecht gibt es diesen Typ von Akteur bisher ja gar nicht und keiner weiß so richtig, wie der zu behandeln ist. Ob da das Landgericht Würzburg der richtige Akteur ist, um das abschließend zu entscheiden, das ist jetzt noch zweifelhaft“, betont der Medienexperte vom Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der FU Berlin. 

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    Tags:
    Medien, Fake-News, Landgericht Würzburg, Facebook, Professor Martin Emmer, Würzburg
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