22:08 23 Oktober 2018
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    Iran: Erste Pilgerfahrt Krebskranker zu Heiligtümern der Schiiten

    © AP Photo / Hassan Ammar
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    Der Iran will erstmals eine Karawane Krebskranker zu den schiitischen Wallfahrtsorten entsenden, berichten iranische Medien.

    Die Karawane soll am 22. Februar, dem 38. Jahrestag des Sieges der Islamischen Revolution im Iran, zu einer einwöchigen Pilgerfahrt starten. 60 unheilbar kranke Krebspatienten aus 25 Provinzen des Iran werden sich zu schiitischen Heiligtümern in den irakischen Städten Karbala, Najaf, Kazemiya und Samarra begeben.

    Die Organisation dieser ungewöhnlichen Wallfahrt hat die Wohlfahrtsstiftung „Selbstlose Helfer des Aschura“ übernommen (Aschura wird der zehnte Tag des Monats Muharram genannt, des ersten Monats im islamischen Kalender. Dieser Tag ist für alle gläubigen Muslime bedeutsam – Anm. d. Red.). Die Pilger sollen von Ärzten, anderem medizinischem Personal, Rettungskräften und Freiwilligen begleitet werden. Diese geistliche Mission steht unter dem Motto „Unternehme die Pilgerfahrt an meiner statt“.

    Der Direktor dieser Wohlfahrtsstiftung, Sardar Nasrollah Fathiyan, erklärte im Interview für die iranischen Medien: „Unsere Stiftung realisiert seit 2013 ihren Fünfjahresplan zur Hilfe für 15.000 Krebskranke. Gegen Ende der Umsetzung dieses Planes ist die Anzahl der zu Betreuenden bis auf 25.000 gestiegen. Wir hoffen, dass wir im zweiten Fünfjahreszeitraum bereits bis zu 50.000 Menschen unter unsere Fittiche nehmen können.“

    Bei der Wohlfahrtsstiftung seien gegenwärtig 1.200 Ärzte und 2.300 Krankenschwestern tätig. „Neben den medizinischen Mitarbeitern haben wir auch viele Institutionen, Organisationen, Kulturschaffende und Sportler dafür gewonnen, unheilbare Patienten zu unterstützen“, ergänzte Sardar Nasrollah Fathiyan.

    Ihm zufolge leiden in der Welt gegenwärtig 13 Millionen Menschen an Krebs, darunter allein im Iran 90.000 bis 100.000. Inoffiziellen Angaben zufolge leben etwa zehn Prozent der iranischen Familien wegen der hohen Ausgaben für die Behandlung ihrer Angehörigen, bei denen onkologische Erkrankungen diagnostiziert wurden, jenseits der Armutsgrenze.

    „Unsere Stiftung ist berufen, gerade solchen Menschen zu helfen. Wir übernehmen die Kosten für Medikamente, die Behandlung und die Pflege. Unsere selbstlosen Ärzte und Krankenschwestern helfen und begleiten die Krebskranken“, erläuterte der Direktor der Stiftung.

    Wie er betonte, hat seine Stiftung bereits Filialen in 25 Provinzen des Landes eingerichtet. In absehbarer Perspektive sollen Filialen in sechs zentralen Landesregionen eröffnet werden.

    Laut Medienberichten funktionieren im Iran zurzeit 30 Krankenhäuser und Rehabilitationszentren unter der Ägide der Wohlfahrtsstiftung „Selbstlose Helfer des Aschura“. In Teheran sei zudem die Errichtung eines umfangreichen Klinikkomplexes mit der entsprechenden Infrastruktur im Gange, und dieser Tage sei auch der Grundstein für das künftige Chemotherapie-Zentrum in der Stadt Khorramshahr im Westen des Landes gelegt worden, hieß es.

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    Tags:
    Krebs, Pilgerfahrt, Iran