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    „Taufe der Rus‘“: Kiew beginnt neuen Religions- und Geschichtskrieg gegen Russland

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    Religion
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    Kiewer Regierungsvertreter bereiten eine großangelegte PR-Kampagne gegen Moskau vor, die die historische und religiöse Überlegenheit der Ukraine gegenüber Russland bestätigen soll. Das berichtet die russische Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“.

    Am Mittwoch hat das Ministerkabinett der Ukraine einem Maßnahmeplan zur Vorbereitung der Feierlichkeiten des 1030. Jahrestages der Taufe der Kiewer Rus‘ im kommenden Jahr zugestimmt.

    Obwohl die Bezeichnung Rus‘ eigentlich die historische Bezeichnung für das Gebiet des heutigen Russland, Weißrussland und der Ukraine zur Zeit des Mittelalters ist, versucht Kiew hervorzuheben, dass für die Poroschenko-Regierung nur die Ukraine zur Rus‘ zählen kann.

    Russland wird explizit aus dem eigentlich gemeinsamen Geschichtsbild ausgeklammert.

    „Der Kiewer Fürst Wladimir taufte die Rus‘ im 10. Jahrhundert. Auf dem Gebiet des modernen Russland lebten zu dieser Zeit nur die Stämme der Tschuden und der Merja ", schreibt hierzu etwa die ukrainische Presse.

    Laut der „Nesawissimaja Gaseta“ erinnert nun der ukrainische Plan zur Jubiläumsfeier der Taufe der Rus‘ extrem an die PR-Kampagne von Michail Gorbatschow in der Zeit der Sowjetunion, als er durch die großspurige Feier der "Tausend Jahre der Taufe" im Jahr 1988 sein internationales Ansehen zu stärken versuchte. 

    Die von Gorbatschow organisierten Festlichkeiten seien zu einem Meilenstein in der öffentlichen und staatlichen Rolle der Kirche in der Sowjetunion und später in der Russischen Föderation geworden, so das Blatt weiter. Es scheine, dass die aktuelle ukrainische Führung nun ähnliche Ziele verfolge.

    Auf jeden Fall würden die ukrainischen Behörden alles dafür tun, dass das Zentrum der Festlichkeiten zur Taufe der Rus‘ in Kiew und der Ukraine stattfindet und nicht etwa in Russland. Kiews Gedanke sei klar: Nicht Russland sondern die Ukraine soll als die eigentliche getaufte Rus‘ angesehen werden, während Russland als das Land der abergläubischen Stämme dargestellt werden solle.

    Der Idealfall für das ukrainische Regime wäre nämlich, dass die Russen den in der Ukraine stattfinden Super-Feiertag der „Taufe 1030“ hinter „dem Grenzzaun beobachten, etwa so wie die Russen den ‚Eurovision Song Contest 2017‘ in Kiew angesehen“ hätten.

    Dementsprechend groß fallen bereits jetzt die Vorbereitungen Kiews für die Feierlichkeiten aus, die wohl weniger für das ukrainische als vielmehr gegen das russische Geschichtsverständnis gerichtet sind.

    So hebt das Blatt hervor, dass alle Veranstaltungen im Rahmen der Feierlichkeiten von hochrangigen Vertretern besucht würden. Verschiedene „nationale patriotische Veranstaltungen für junge Menschen“ seien geplant, um sie an die „Taufe der Kiewer Rus‘-Ukraine“ mit expliziter Ausklammerung Russlands aus dem gemeinsamen Geschichtsbild heranzuführen.

    Das Organisationskomitee der Feierlichkeiten wird von einem der Vizepremiers der Ukraine sowie dem stellvertretenden Leiter der Präsidialverwaltung von Petro Poroschenko geleitet werden.

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    Interpretation, Geschichte, Jubiläum, Taufe der Rus', Petro Poroschenko, Ukraine, Russland