12:58 15 Oktober 2018
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    Priester der russischen Orthodoxen Kirche bei der Kreuzprozession in Kiew (Archivbild)

    Russland wirft USA Beihilfe zu Kirchenspaltung in der Ukraine vor

    © Sputnik / Stringer
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    Die USA unterstützen Provokationen Konstantinopels gegen die Ukrainische Orthodoxe Kirche (des Moskauer Patriarchats). Das erklärte Russlands Außenminister Sergej Lawrow in Moskau, wie das Portal lenta.ru am Samstag berichtet.

    „Das ukrainische Patriarchat hat der Russisch-Orthodoxen Kirche nie den Rücken gekehrt. Denn die Ukrainische Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats ist gegen Provokationen des Patriarchen Bartholomaios I. von Konstantinopel, die dieser mit direkter öffentlicher Unterstützung aus Washington ausheckt“, betonte der russische Chefdiplomat.

    Die Provokation habe zum Ziel, zwei nicht kanonische schismatische Kirchen in der Ukraine – die Ukrainische Orthodoxe Kirche des Kiewer Patriarchats und die Ukrainische Autokephale Kirche —, die von anderen orthodoxen Kirchen nie anerkannt wurden, zu legalisieren. Lawrow zufolge ist eine Einmischung in die kirchlichen Angelegenheiten sowohl in der Ukraine als auch in Russland gesetzlich verboten.

    Zuvor hatte Kurt Volker, Sondergesandter des US-State Departments für die Ukraine, die von Bartholomaios gefassten Beschlüsse gebilligt. Der Synod des in Istanbul ansässigen Patriarchats von Konstantinopel hatte den von Moskau über die Vorsteher der beiden schismatischen Kirchen verhängten Kirchenbann (Anathema) außer Kraft gesetzt und die beiden Kirchen somit legalisiert.

    Der Kiewer Patriarch Filaret rief zur Zusammenlegung aller orthodoxen Kirchen in der Ukraine auf. Patriarch Onufri vom Moskauer Patriarchat erklärte dazu, dass sich die Ukrainische Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats mit den Schismatikern nie liieren werde. Das Territorium der heutigen Ukraine ist seit 1686, als es diese noch gar nicht gab, kanonisches Gebiet der Russisch-Orthodoxen Kirche.

    Das Patriarchat in Moskau verurteilt die Beschlüsse von Konstantinopel. Am Montag tritt der Heilige Synod der Russisch-Orthodoxen Kirche in der weißrussischen Hauptstadt Minsk zu einer Krisensitzung zusammen, in der Antwortschritte auf Handlungen von Bartholomaios I. verkündet werden sollen.

    Metropolit Ilarion von Wolokolamsk, Vikar von Patriarch Kirill von Moskau und ganz Russland, schloss nicht aus, dass die Russisch-Orthodoxe Kirche alle Kontakte zu Konstantinopel abbrechen wird. Zudem wird Kirchenbann über Bartholomaios erwogen.

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    Tags:
    Spaltung, Einmischung, Kirche, Religion, Ukrainisch-Orthodoxe-Kirche, US-State Department, Russisch-orthodoxe Kirche, Patriarch Kirill, Istanbul, USA, Russland, Ukraine