21:33 18 November 2018
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    Sitzung des Heilige Synods der russischen Kirche in Minsk am 15. Oktober

    Russisch-orthodoxe Kirche bricht Kontakte zum Patriarchat von Konstantinopel ab

    © Sputnik / Igor Palkin
    Religion
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    Die Russisch-orthodoxe Kirche hat jegliche Kontakte zum Patriarchat von Konstantinopel abgebrochen. Das entschied ihr Heiliger Synod am Montag in einer Auswärtssitzung, die unter Vorsitz von Patriarch Kirill von Moskau und ganz Russlands in der weißrussischen Hauptstadt Minsk stattfand.

    „Das war eine erzwungene Entscheidung. Etwas anderes konnte der Synod nicht beschließen, weil die ganze Logik der jüngsten Handlungen des Patriarchats von Konstantinopel uns keine andere Wahl gelassen hat“, sagte Metropolit Ilarion von Wolokolamsk, Vikar des Patriarchen, nach der Sitzung. Dabei äußerte er die Hoffnung, dass Konstantinopel seine Einstellung zur Gewährung einer Autokephalie (Unabhängigkeit) an die Ukrainische Kirche doch noch ändern wird.

    „Wir rechnen damit, dass der gesunde Menschenverstand die Oberhand gewinnt… Aber solange das nicht der Fall ist, solange gesetzwidrige und kanonisch nichtige Handlungen von Konstantinopel in Kraft bleiben, können wir keine Kontakte zu dieser Kirche mehr unterhalten, die eine Spaltung verursacht hat“, sagte Ilarion.

    Nach dem Beschluss dürfen Anhänger der Russisch-orthodoxen Kirche nicht in Kirchen des Konstantinopeler Patriarchats beichten und zum Abendmahl gehen. Zudem dürfen keine gemeinsamen Gottesdienste mit Würdenträgern von Konstantinopel zelebriert werden.

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    Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel hatte zuvor beschlossen, zwei nicht kanonische schismatische Kirchen in der Ukraine – die Ukrainische Orthodoxe Kirche des Kiewer Patriarchats und die Ukrainische Autokephale Kirche —, die von anderen orthodoxen Kirchen nie anerkannt wurden, zu legalisieren. Zudem setzte der Synod des in Istanbul ansässigen Patriarchats von Konstantinopel den von Moskau über die Vorsteher der beiden schismatischen Kirchen verhängten Kirchenbann (Anathema) außer Kraft.

    Patriarch Onufri vom Moskauer Patriarchat in Kiew erklärte dazu, dass sich die Ukrainische Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats mit den Schismatikern nie liieren werde. Das Territorium der heutigen Ukraine ist seit 1686, als es diese noch gar nicht gab, kanonisches Gebiet der Russisch-Orthodoxen Kirche.

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    „Die Russisch-orthodoxe Kirche wird die in Konstantinopel gefassten Beschlüsse nicht akzeptieren“, fuhr Metropolit Ilarion fort. „Spaltung bleibt Spaltung. Die Anführer der Spaltung bleiben ihre Anführer. Und die Kirche, die die Schismatiker anerkannt und zu ihnen Kontakt aufgenommen hat, wirft sich selbst aus dem kanonischem Umfeld der orthodoxen Kirche hinaus. Das ist der Hauptgrund dafür, warum wir die Kontakte zu Konstantinopel abbrechen mussten. Denn dessen Patriarchat hat sich mit der Spaltung identifiziert“, sagte Ilarion.

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