06:40 20 November 2018
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    orthodoxe Geistlicher beim Besuch des Patriarchs von Moskau Kirill in Wießrussland

    Orthodoxie-Katastrophe: Wird auch Serbien, Griechenland und Mazedonien betroffen?

    © Sputnik / Wiktor Tolotschko
    Religion
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    Natalia Pawlowa
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    Nach dem Abbruch der Beziehungen zu Konstantinopel dürfen Anhänger der Russisch-Orthodoxen Kirche nicht an Sakramenten in Kirchen des Konstantinopeler Patriarchats teilnehmen. Zudem dürfen keine gemeinsamen Gottesdienste mit Würdenträgern von Konstantinopel zelebriert werden. Sputnik spricht mit Experten über mögliche Folgen.

    Die kirchlichen Regeln sehen einen bestimmten Umgang mit Schismatikern vor, sagte Priester Alexander Wolkow, Sprecher des Patriarchen von Moskau und ganz Russland Kirill, im Sputnik-Gespräch.

    „Für alle Geistlichen der Russisch-Orthodoxen Kirche ist ein gemeinsamer Gottesdienst mit den Priestern der Kirche von Konstantinopel unmöglich, und die Laien dürfen nicht an deren Sakramenten teilnehmen. Dieser Schritt macht die liturgische Kommunikation zwischen Mitgliedern der Ortskirchen unmöglich.  Die Gläubigen der Russisch-Orthodoxen Kirche dürfen nicht an Sakramenten in den Kirchen des Patriarchats von Konstantinopel teilnehmen. Das wird solchen Kirchen in Westeuropa eine Reihe von Problemen bereiten.“

    Patriarch von Moskau Kirill während der Sitzung der Heiligen Synode der Russisch-Orthodoxen Kirche
    © Sputnik / Pressedienst des Patriarchats der Russisch-orthodoxen Kirche
    Unter diese Kirchen fallen alle tätigen Kirchen in Istanbul und eine Kirche in Antalya (Türkei), eine Reihe von Kirchen in Griechenland, unter anderem auf den Inseln Kreta, Dodekanes, Rhodos sowie Kirchen auf Athos.

    Die Handlungen von Konstantinopel richten sich auf die Zerstörung der Orthodoxie. Sie könnten sich bald auf das kanonische Gebiet der Griechen und Serben ausbreiten, die dem Beispiel der Mazedonischen Kirche folgen könnten, sagte der Politologe Alexander Asafow gegenüber Sputnik.

    „Das Problem besteht nicht so sehr im Umgang mit den Schismatikern, nicht in der ukrainischen Autokephalie, sondern eher in den Ansprüchen des Patriarchen von Konstantinopel Bartholomäus auf die Vorherrschaft in der orthodoxen Welt, ähnlich dem Römischen Papst. Dies steht im Gegensatz zu allen orthodoxen Gesetzen.“

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    Die Ökumenische Orthodoxe Kirche ist dem Ökumenischen Konzil unterworfen, das Kollektiventscheidungen trifft. Niemand dürfe die Macht alleinherrschend ausüben, sagte Wachtang Kipschidse, stellvertretender Vorsitzende der Synodalen Abteilung für Kirchenbeziehungen mit der Gesellschaft und Medien, im Gespräch mit Sputnik.

    „Im Moment versucht Patriarch Bartholomäus, das fremde Prinzip des Papismus in die orthodoxe Kirche einzuführen, um anderen Ortskirchen seinen Willen diktieren zu können. Unser Synod äußert die Hoffnung, dass diese Tendenz aufhören wird, was einer Wiederherstellung der Einheit der Kirche dienen kann.“

    Die Russisch-Orthodoxe Kirche  hat alle Kontakte zum Patriarchat von Konstantinopel aufgrund der von dort erklärten Unabhängigkeit der ukrainischen Kirche von Moskau offiziell abgebrochen. Der Heilige Synod der Russisch-Orthodoxen hat diese Entscheidung in Minsk getroffen. Die Teilnehmer dieser Auswärtssitzung beschuldigten das Patriarchat von Konstantinopel einer schweren Verletzung der kirchlichen Grundregeln.

    In der vergangenen Woche hat der Heilige Synod von Konstantinopel das Dokument aus dem 17. Jahrhundert über die Übertragung der Kiewer Metropolie in die Zuständigkeit von Moskau für ungültig erklärt. Danach kündigte Patriarch von Kiew Filaret seine Absicht an, eine nationale Kirche zu schaffen.

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    Tags:
    Beziehungen, Abbruch, Ukrainische orthodoxe Kirche, Russisch-orthodoxe Kirche, Ukraine, Russland