04:42 15 November 2018
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    Moschee in Berlin (Archivbild)

    De-Radikalisierungsprojekt an Berliner Vorzeige-Moschee gescheitert – Medien

    © AFP 2018 / Tobias Schwarz
    Religion
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    Die Zusammenarbeit von Violent Prevention Network (VPN) und der bundesweit bekannten Sehitlik-Moschee ist beendet. Das berichtet der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Das Projekt war offenbar die bundesweit letzte Zusammenarbeit mit dem türkischen Dachverband Ditib.

    Die Ziele der 2015 entstanden Kooperation waren die Prävention und De-Radikalisierung von muslimischen Jugendlichen. Die Organisation Violence Prevention Network (VPN) und die zum türkischen Dachverband Ditib gehörende Sehitlik-Moschee in Berlin hatten  daran zusammengearbeitet. Laut RBB Inforadio war es das bundesweit letzte Projekt auf diesem Gebiet, an dem Ditib noch beteiligt war, seit die direkte Förderung des von Ankara gesteuerten Dachverbandes der türkischen Moscheegemeinden in Deutschland eingestellt wurde.

    Mitarbeiterin wurde vor Schülern in Moschee bedrängt

    Ursache für das Ende der Kooperation war laut dem Bericht ein Vorfall Ende September. Eine VPN-Mitarbeiterin sei dabei in den Räumlichkeiten der Moschee vor den Augen einer Schulklasse von mehreren Männern massiv bedrängt und beleidigt worden ab.

    Die Schüler hatten die Moschee auf Einladung des Auswärtigen Amtes besucht, um sich über das Kooperationsprojekt Bahira zu informieren. Dieses Projekt von VPN und der Sehitlik-Moschee wendet sich an muslimische Jugendliche, die in den islamistisch geprägten Extremismus abzugleiten drohen.

    Der Leiter von VPN, Thomas Mücke, teilte dem RBB mit, fünf Männer hätten sich vor seiner Mitarbeiterin aufgebaut und diese bedrängt und beleidigt. "Das ist inakzeptabel. Wir mussten als Träger des Projekts sofort reagieren und die Zusammenarbeit beenden“, sagte Mücke dem Bericht zufolge weiter.

    Berliner Senat will Projekt weiter unterstützen

    Die Beratungsstelle BAHIRA wurde seit 2015 im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!“ vom Bundesfamilienministerium und vom Berliner Senat mit rund 160 000 Euro jährlich gefördert.

    Laut RBB teilte das Bundesfamilienministerium mit, dass bereits seit Ende 2017 keine Projekte der Ditib in alleiniger Trägerschaft mehr gefördert würden. Die an der Finanzierung von Bahira beteiligten Senatsverwaltungen kündigten auf rbb-Anfrage an, sie wolle das Projekt weiter unterstützen. Allerdings müsse sich der Trägerverein VPN nach neuen Kooperationspartnern umschauen.

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    Tags:
    Bekämpfung, Radikalisierung, Muslime, Islam, Moscheen, Bundesfinanzministerium, rbb, Berlin, Deutschland