00:09 21 November 2019
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    Vatikan klagt über „Auslöschung“ der Geschlechter

    © Sputnik / Wladimir Astapkowitsch
    Religion
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    Der Vatikan hat in einem offiziellen Dokument die „Gender-Ideologie“ kritisiert, wonach Menschen ihr Geschlecht wählen oder wechseln können. Das geht aus einem Dokument der „Bildungskongregation für die katholische Lehre“ hervor. Das Papier empfiehlt für die Betroffenen „therapeutische Interventionen“.

    In Schulen mache sich beim Thema Sexualität ein „Bildungsnotstand“ breit, heißt es in dem Dokument. Der Vatikan lehne Sexualerziehung an den Schulen nicht ab, bestehe aber darauf, dass sie „positiv und vorsichtig“ erfolge sowie auf die Unterschiede der Geschlechter hingewiesen werden müsse. Sexualität sei eine „wesentliche Komponente der menschlichen Persönlichkeit“.

    Die Gender-Theorie sei eine „Ideologie, die den Unterschied [...] in der Natur eines Mannes und einer Frau leugnet und eine Gesellschaft ohne geschlechtliche Unterschiede vorsieht und somit die anthropologische Grundlage der Familie eliminiert“.

    „Dieses Oszillieren zwischen männlich und weiblich endet als bloße Provokation gegen die sogenannten traditionellen Vorstellungen“, heißt es in dem Dokument. Die Bildungskongregation empfiehlt zudem für die Betroffenen „therapeutische Interventionen“.

    Das Dokument unter der Bezeichnung „Als Mann und Frau schuf er sie“ wendet sich gegen eine Tendenz, „die Unterschiede zwischen Mann und Frau auszulöschen, indem man sie als bloße historisch-kulturelle Konditionierung versteht“. Das Papier wurde am Montag vorgestellt. Die katholische Kirche und auch Papst Franziskus sprechen sich immer wieder offen gegen die Gender-Theorie aus, weil dies der traditionellen Vorstellung von Mann und Frau als Eheleuten und Eltern widerspreche.

    Der Verband „New Ways Ministry“, der für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LGBT) in der katholischen Kirche einsteht, kritisierte das Papier als „schädliches Werkzeug“. Die „Fehlinformationen in dem Dokument werden dazu führen, dass „Familien ihre Kinder ablehnen“ und Homosexuelle sowie Transgender weiter diskriminiert würden. Das Geschlecht werde „nicht nur durch sichtbare Genitalien bestimmt“, heißt es in einer Mitteilung, „sondern auch durch Genetik, Hormone und Chemie - Dinge, die bei der Geburt nicht sichtbar sind“. „Der Vatikan bleibt im Mittelalter, fördert die falsche Lehre und stützt sich auf Mythen, Gerüchte und Unwahrheiten.“

    dpa/pal

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    Tags:
    Homosexualität, Verweigerung, Ablehnung, Konservative, Sexualität, Geschlecht, Papst Franziskus, Vatikan