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13:55 18 Juli 2019
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    Denkfabrik der EKD: Islamkritik nicht sofort in rechte Ecke stecken

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    Religion
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    Eine Denkfabrik der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat einen ins Stocken geratenen Dialogprozess mit den in der Bundesrepublik lebenden Muslimen beklagt. Als Grund dafür sieht die Organisation die konservativen Islamverbände und den Einfluss der türkischen Regierung.

    Dies geht laut den „Stuttgarter Nachrichten“ aus einer Studie der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) hervor. Die zunehmende Entfremdung zwischen vormaligen Dialogpartnern sei „nicht zu übersehen“.

    Schuld daran sei die Haltung der konservativen Islamverbände und der Einfluss der islamisch-nationalistischen türkischen Regierung auf die in Deutschland lebenden Türken.

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    Mit Blick auf die Türkei spricht die EZW von einem „neo-osmanischen Paradigmenwechsel“ unter Präsident Recep Tayyip Erdogan und sieht eine „offen positive Haltung gegenüber islamistischen Bewegungen“ von der palästinensischen Hamas bis zu den Muslimbrüdern.

    Der Autor der Studie, Friedmann Eißler, wies laut dem Blatt auf eine mangelnde „innere Akzeptanz der demokratischen Verfassung“ bei Organisationen wie dem türkisch-islamischen Dachverband Ditib oder dem Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) hin. Eißler sprach zudem von Abschottungstendenzen:

    „Anstatt Integration wird unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit oder anderer demokratischer Freiheitsrechte die Distanz zur Mehrheitsgesellschaft gepflegt.“

    Die Islamkritik soll laut der Studie nicht sofort im Verdacht stehen, eine ganze Religion abzuwerten. Die Kritik an den Vertretern des orthodoxen Islam dürfe man nicht gleich in die rechte Ecke stecken. „Wasser auf die Mühlen der Rechten ist es, wenn die notwendigen Debatten nicht geführt werden“, so Eißler. Als Beispiele für Probleme nennt er die mangelnde Toleranz gegenüber Andersgläubigen oder die Diskriminierung von Frauen.

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    Eißler plädiert laut der Zeitung nicht für ein Ende des Dialogs. Er will aber künftig „kritische Aspekte nicht ausblenden“, sondern offen ansprechen: „Wir brauchen Brücken gerade auch in konservative islamische Milieus.“ 

    Am Mittwoch beginnt in Dortmund der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag mit zahlreichen politischen Podien. Auch die Rolle des Islam soll dort thematisiert werden.

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    Tags:
    Dialog, Kritik, Türkei, Deutschland, Islam, Evangelische Kirche, Kirche