03:40 04 Dezember 2020
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    Wegen des umstrittenen Kirchengesetzes in Montenegro ist es in der Nacht zum Sonntag in der Hauptstadt Podgorica zu einem Tumult gekommen. Die Polizei setzte einem Bericht zufolge Tränengas und Blendgranaten ein, um die Gegner der neuen Regelung auseinanderzutreiben.

    Seit Wochen gehen in Montenegro donnerstags und sonntags Zehntausende Gläubige auf die Straße, um für die Rechte der Serbisch-orthodoxen Kirche zu demonstrieren, die sie wegen eines neuen Kirchengesetzes in Gefahr sehen. Aus Protest gegen das Gesetz malen seine Gegner oft die serbische oder die alte montenegrinische rot-blau-weiße Flagge an Gebäude, oft mit dem Motto „Wir geben unsere Heiligtümer nicht weg“.

    Als die kommunale Inspektion in Zlatica, einem Stadtteil von Podgorica, am Samstag eine solche Wandmalerei entfernen wollte, stellten sich ihr nach Angaben des Portals IN4S junge Leute entgegen.

    „Junge Anwohner leisteten Widerstand und ließen das Graffiti nicht übermalen“, berichtete das Portal und veröffentlichte ein Video des Vorfalls.

    „Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Versammelten auseinanderzujagen. Die jungen Leute griffen die Polizisten mit Feuerwerkskörpern an. Die Polizei zog Verstärkung nach und antwortete mit Tränengas und Blendgranaten.“

    Ob dabei Menschen verletzt wurden, ist noch unklar. Nach Angaben des Portals wurde ein Geistlicher von Tränengas getroffen, als er versucht hatte, den Konflikt zu schlichten.

    Das Parlament von Montenegro hatte im Dezember mit den Stimmen der regierenden Koalition ein neues Gesetz verabschiedet, das eine Revision des Eigentumsstatus von kirchlichen Gebäuden und Immobilien vorsieht. Die Entscheidung führte zu Protesten.

    Die im Balkanstaat dominierende Serbisch-orthodoxen Kirche und ihre Anhänger befürchten, dass das Gesetz zur Enteignung von mittelalterlichen Klöstern und Kirchen und ihrer Übergabe an die neu gegründete Montenegrinisch-orthodoxe Kirche führen wird, die von den anderen orthodoxen Kirchen nicht anerkannt ist. Die meisten Einwohner Montenegros sind Christen, wobei der größte Teil serbisch-orthodox ist.
    leo/ae

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    Tags:
    Polizei, Streit, Gesetz, Christen, Serbien, Kirche, Podgorica, Montenegro