22:16 11 August 2020
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    Der Chef der irischen Billigfluggesellschaft Ryanair, Michael O'Leary, hat sich in einem am Samstag veröffentlichten Interview der britischen Zeitung „The Times” dafür ausgesprochen, muslimische Männer vor dem Abflug strengeren Sicherheitskontrollen zu unterziehen als andere Passagiere.

    „Wer sind die Bombenattentäter? Es werden alleinreisende Single-Männer sein”, sagte O'Leary. „Man kann ja nichts sagen, weil das als rassistisch gilt, aber es werden generell Männer muslimischen Glaubens sein. Vor 30 Jahren waren es die Iren.”

    In Begleitung ihrer Familie seien muslimische Männer hingegen grundsätzlich keine Gefahr, meint der für polarisierende Äußerungen bekannte Firmenboss. Das Risiko, dass sie sich mitsamt ihren Kindern in die Luft sprengen würden, sei „verf*ckt nochmal Null”.

    Abgeordnete und Wohltätigkeitsorganisationen beschuldigten den Geschäftsmann, der seit mehr als 30 Jahren für Ryanair arbeitet, der Islamophobie und rassistischer Hetze.

    Ein Sprecher des Muslimenrats Großbritannien sagte der Zeitung „Daily Mirror” zufolge, O'Leary habe sich offen für die Diskriminierung von Männern ausgesprochen, die vermutlich „wie ein Muslim aussehen oder sich so verhalten”.

    Beim sogenannten Profiling, für das sich O'Leary ausspricht, werden Menschen auf Grundlage von Stereotypen und äußerlichen Merkmalen als verdächtig eingestuft und überprüft. So sah sich die Kölner Polizei vergangenes Jahr dem Vorwurf „rassistischen Profilings” ausgesetzt, nachdem sie mehrere junge Muslime gestoppt und durchsucht hatte – diese waren irrtümlich unter Terrorverdacht geraten, als sie zum Ende des Ramadans mit langen Gewändern in den Kölner Hauptbahnhof gelaufen waren und dabei nach Zeugenaussagen „Allahu Akbar” gerufen hatten.

    msch/sb/dpa

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    Tags:
    Islamophobie, Islam, Islamismus, Flugsicherheit, Terroristen, Ryanair