14:44 21 Oktober 2020
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    Am heutigen Sonntag feiern Millionen Menschen in Russland das Ende des 30 Tage langen Fastenmonats Ramadan. Wegen der Coronavirus-bedingten Kontaktbeschränkungen finden die Feierlichkeiten in diesem Jahr erstmals ohne kollektives Gebet und ohne Moscheebesuch statt.

    Das Ende des Ramadans (auch Id-al-Fitr und Urasa-Bairam genannt) ist neben dem Opferfest eines der beiden wichtigsten Feste im Islam und geht laut Überlieferung auf Prophet Mohammed zurück. Die Festtage sind von gemeinsamem Moscheebesuch, Massengebet und Straßenfeierlichkeiten geprägt.

    In diesem Jahr müssen die Massenfeiern wegen der Coronavirus-Pandemie ausfallen. Staatschef Wladimir Putin hatte in der vergangenen Woche persönlich an die Muslime appelliert, auf kollektives Gebet zu verzichten und im Kreise der Familie zu feiern.

    In Russland bekennen sich nach Angaben des Muftirates etwa 20 Millionen Menschen zum Islam, mindestens 1,5 Millionen davon allein in Moskau. In der Hauptstadt und weiteren Städten und Regionen sind die Moscheen für Gläubige zwar geschlossen, doch Gottesdienste finden statt und können in Echtzeit im Internet und im Staatsfernsehen verfolgt werden.

    Islamische Geistliche und Würdenträger hatten die Gläubigen aufgerufen, wegen der Ansteckungsgefahr zu Hause zu bleiben. Der Vorsitzende des Russischen Muftirats, Scheich Rawil Gainutdin, mahnte die Muslime zu Geduld.

    Auch die Geistliche Versammlung der Muslime Russlands zeigte Verständnis. „Der Islam schreibt die Einhaltung der Hygienenormen vor, um die Menschen nicht unnötig zu gefährden“, sagte der Chef der Versammlung, Mufti Albir Krganow, im Sputnik-Gespräch.

    Nach seiner Einschätzung hat die Pandemie die Gläubigen „nicht demoralisiert“. „Unsere Vorahnen hatten auch schrecklichere Epidemien durchgemacht und Monate in Belagerung verbringen müssen.“

    Laut Mufti Rawil Gainutdin ist das Coronavirus kein Grund, um auf das traditionelle Geben von Almosen zu verzichten. „Wir können zwar keine Moscheen besuchen, aber wir können Bedürftige unterstützen.“ In Tatarstan und weiteren islamisch geprägten Regionen wird zum abendlichen Festmahl das traditionelle Iftar-Essen an Bedürftige verteilt, das in diesem Jahr frei Haus geliefert wird.

    sp/ae

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    Tags:
    Muslime, Islam, Fest, Urasa-Bairam, Ramadan