15:37 28 November 2020
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    Nach den mutmaßlich islamistischen Angriffen in Frankreich ruft ein islamischer Geistlicher in Moskau zum Bau neuer Moscheen in der russischen Hauptstadt auf. Der Kreml warnt, Extremismus in den Deckmantel der Religion zu hüllen.

    In Frankreich wurden bei zwei Messerattacken innerhalb von zwei Wochen zwei Menschen von mutmaßlichen Islamisten enthauptet. Mit Blick auf diese Attacken schlug Moskaus stellvertretender Hauptmufti Marat Alimow vor, mehr Moscheen zu bauen.

    In der russischen Hauptstadt gebe es drei Millionen Muslime und nur vier Moscheen, bemängelte Alimow im Gespräch mit dem Sender „Goworit Moskwa“. Mehr Moscheen würden die Zahl der Radikalen schrumpfen lassen. Journalisten baten Kreml-Sprecher Dmitri Peskow um eine Stellungnahme. Dieser leitete die Frage nach Moscheen an die Moskauer Behörden weiter, warnte aber zugleich davor, den Extremismus mit dem Schleier der Religion zu überziehen.

    „Es ist die Angelegenheit der Stadtleitung, zu beurteilen, ob es in der Stadt Probleme mit Moscheen gibt und deren Zahl ausreicht“, sagte Peskow am Freitag.   

    „Keine der Weltreligionen akzeptiert extremistische Ideen. Und tatsächlich hat Extremismus mit Religion nichts zu tun“, führte Peskow aus. „Jeder Versuch, Extremismus mit irgendeiner Religion zu tarnen, ist nichts anderes als Extremismus und Terrorismus. Das muss klar sein.“

    Attacken in Frankreich

    In Frankreich war am Donnerstag eine Frau von einem mutmaßlichen Islamisten enthauptet worden. Bei der Messerattacke in der Notre-Dame-Kirche in Nizza wurden zudem zwei weitere Menschen getötet. Der Angreifer, der bei dem Angriff „Allahu Akbar“ (arabisch für „Gott ist groß“) gerufen haben soll, wurde von der Polizei angeschossen und festgenommen. Mit den Ermittlungen wurde eine Anti-Terror-Abteilung der Staatsanwaltschaft beauftragt.

    Frankreich rief die höchste Terrorwarnstufe aus. Der Angriff ereignete sich nur knapp zwei Wochen nach der Enthauptung eines Lehrers. Dieser war in einem Pariser Vorort von einem mutmaßlichen Islamisten auf offener Straße mit einem Messer getötet worden, nachdem er im Unterricht zur Meinungsfreiheit umstrittene Mohammed-Karikaturen gezeigt hatte.

    Staatspräsident Emmanuel Macron verteidigte die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen als Meinungsfreiheit und stellte Maßnahmen im Kampf gegen „islamistischen Separatismus“ vor.

    leo/ae

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    Mufti, Moscheen, Moschee, Muslime, Moskau, Russland, Enthauptung, Messerattacke, Anschläge, Nizza, Paris, Frankreich