19:56 14 Dezember 2019
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    Russische Botschaft in Berlin

    Russischer Botschafter in Deutschland: „Tief enttäuscht” von unfreundlichem Schritt Berlins

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    Russland
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    201706
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    Der Botschafter Russlands in Deutschland, Sergei Netschajew, hat am Mittwoch die Ausweisung russischer Diplomaten in Zusammenhang mit dem Mordfall in Berlin-Moabit verurteilt. 

    Netschajew zeigte sich „tief enttäuscht” von dem Ansatz der deutschen Seite, deren Schritt er als unbegründet und unfreundlich erachte.

    „Es hat nie Beweise für eine Verwicklung russischer Staatsstrukturen in den Fall gegeben. Es handelt sich um eine unmotivierte Politisierung einer Tat, deren Ermittlung ist längst nicht abgeschlossen”, hieß es in einer offiziellen Erklärung des Diplomaten.

    Darüber hinaus gehe es um einen „offensichtlichen Versuch”, die Ergebnisse der Ermittlungen „vorwegzunehmen”.

    Dem fügte Netschajew hinzu, dass das Vorgehen Berlins negative Auswirkungen auf die russisch-deutschen Beziehungen haben und Konsequenzen nach sich ziehen würde. Somit bekräftigte er die frühere Aussage des russischen Außenministeriums, das Gegenmaßnahmen als Reaktion auf die Ausweisung versprach.

    Als offizieller Grund für die Ausweisung nannte Berlin früher am Mittwoch fehlende Kooperation Russlands bei den Ermittlungen zum Mordfall.

    Mord in Berlin-Moabit

    Am 23. August 2019 war ein Mann in Moabit auf offener Straße ermordet worden. Der Täter soll dem Opfer mit einem Fahrrad gefolgt sein und ihm dann in den Rücken und in den Kopf geschossen haben. Daraufhin entsorgte er die Pistole und Kleidung in der Spree.

    Laut ersten Ermittlungsergebnissen handelt es sich bei dem Opfer um den 40-jährigen Zelimkhan Khangoshvili, einen ethnischen Tschetschenen aus Georgien. Der Getötete soll nach verschiedenen Berichten Anfang der 2000er Jahre auf der Seite muslimischer Tschetschenen gegen Russland gekämpft haben.

    In Deutschland lebte der Mann laut dem „Focus“ seit 2016. Die Berliner Polizei habe ihn eine Zeit lang als „islamistischen Gefährder“ geführt.

    Der „Spiegel“ hatte zuvor einen Artikel über die „russische Spur“ im Fall des getöteten Tschetschenen veröffentlicht. Der russische Militärgeheimdienst sei „womöglich“ in den Fall verwickelt. Der Kreml bestreitet jedoch jegliche Verbindung zu dem Mord.

    msch

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    Tags:
    Ausweisung, Ermittlungen, Mord, Russland, deutsch-russische Beziehungen, Deutschland