02:26 05 August 2020
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    Washington fordert von Moskau, die Entwicklung von Raketen mit atomarem Antrieb sofort einzustellen. Dieser Forderung haftet nichts als Angst an, erklärt ein Militärinsider im Sputnik-Gespräch. Angst, wehrtechnisch hinter Russland zurückzufallen.

    Statt der russischen Führung aufzugeben, was sie entwickeln soll und was nicht, sollte Washington lieber mehr für Rüstungskontrolle tun. Mit dieser Anregung antwortet der russische Abgeordnete Alexej Puschkow auf die amerikanische Forderung, Russland solle die Entwicklung von nukleargetriebenen Raketen einstellen. Der Sondergesandte des US-Präsidenten für Rüstungskontrolle, Marshall Billingslea, sagte kürzlich in einer Senatsanhörung, diese Art von Raketen sei ein „fliegendes Tschernobyl“.

    Start einer Minuteman-III-Rakete (Archivbild)
    © AP Photo / Senior Airman Ian Dudley / Vandenberg Air Force Base
    Der Hintergrund dieser Erklärung des Sondergesandten ist offenbar eine Angst, die Washington umtreibt, sagt Analyst Oleg Glasunow vom russischen Verband der Militärpolitologen im Sputnik-Gespräch: „Die USA sind bei Raketentechnik weit hinter Russland zurückgefallen. Deshalb haben sie Angst vor russischen Neuentwicklungen, vor Russlands Vorsprung. Die Aufforderung des amerikanischen Sondergesandten ist unüberlegt. Die haben einfach Angst, dass Russland in der Raketenentwicklung weiterkommt, während sie noch weiter zurückfallen und niemandem mehr etwas vorschreiben können.“

    Überhaupt: Was sollen diese einseitigen Forderungen? „Die Aufforderung des Sondergesandten hat weder Hand noch Fuß: Wo bleibt das Gegenangebot der USA? Was bekommt Russland im Gegenzug, wenn es die Raketenentwicklung einstellt? Ein Vorschlag wäre, dass auch die USA die Entwicklung neuer Raketen einstellen.“

    Man sollte auch daran denken, so der Militärexperte, dass Russland sich für Frieden einsetze und niemanden angreifen wolle. „Es sind die USA, die im Nahen Osten große Kriege ausgelöst haben, und sie schaffen es immer noch nicht, diese Kriege zu beenden.“

    Der Sondergesandte Billingslea hatte sich vorher schon zu russischen Raketen geäußert: Die dürften „gar nicht erst existieren“, sagte er – es gebe keine Berechtigung für diese „Armageddon-Waffen“.

    „Was ist denn mit den neusten Atomraketen der USA, die zum Ersatz aller Interkontinentalraketen ‚Minuteman‘ bestimmt sind? Sind das vielleicht humane Waffen oder sogar Himmelsboten?“, schrieb daraufhin Alexej Puschkow bei Twitter. „Nur damit Billingslea das mitbekommt: Genau das sind Armageddon-Waffen.“

    Anschließend erinnerte der russische Abgeordnete daran, dass die USA einseitig Abrüstungsverträge verwerfen: Aus dem INF-Vertrag sind die Vereinigten Staaten schon ausgestiegen; der Ausstieg aus dem New START steht bevor. Außerdem verstärken die USA ihre ohnehin mächtige atomare Schlagkraft. Dies sei das eigentliche „Herbeischwören des Armageddon“, so Puschkow. 

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    Tags:
    Marshall Billingslea, USA, Russland, Marschflugkörper Burewestnik, INF-Vertrag