06:15 03 Dezember 2020
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    Zwei Drittel der befragten europäischen Unternehmen in Russland waren von der Coronavirus-Pandemie betroffen. Nur ein Viertel von ihnen plant, sich bis Ende 2020 zu erholen, die meisten werden einen längeren Zeitraum benötigen. Das sind die Ergebnisse einer Studie der Assoziation des Europäischen Business (AEB).

    Erstmals in den letzten fünf Jahren haben die aktuellen Indikatoren des AEB-Geschäftsbarometers, die den Geschäftszustand und die Stimmung von Unternehmen aus den in Russland tätigen EU-Ländern widerspiegeln, die Zone positiver Erwartungen verlassen, obwohl sie die Marken von 2014 bis 2015 überschreiten. Der Rückgang war auf die Verschlechterung der meisten Komponenten des Index zurückzuführen, die die aktuelle makroökonomische Situation und die kurzfristigen Erwartungen in Bezug auf das Geschäft der Unternehmen und die russische Wirtschaft widerspiegeln. Die mittel- und langfristigen Erwartungen zeigen jedoch positive Erwartungen des europäischen Geschäfts in Russland.

    Treffen vom russischen Außenminister Sergej Lawrow mit AEB-Vertretern am 5. Oktober 2020
    © Sputnik / Außenministerium Russlands / Handout
    Fast zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten gaben an, dass ihr Geschäft von der Coronavirus-Pandemie betroffen war: Der Umsatz ging zurück, die Budgets für Werbung und Marketingforschung mussten gekürzt und neue Produkte verschoben werden. Einige Firmen waren gezwungen, die Gehälter ihrer Mitarbeiter zu kürzen. Ein Viertel dieser Unternehmen erwartet indessen, dass sich ihre Leistung bis Ende dieses Jahres erholt, während die meisten glauben, dass der Aufstieg länger dauern wird – erst 2021. Eine kleine Anzahl von Unternehmen (zehn Prozent) hat jedoch von der Pandemie profitiert und ein Geschäftswachstum verzeichnet.

    „Die COVID-19-Pandemie hat die meisten europäischen Unternehmen gezwungen, ihre Investitionsportfolios dringend zu überarbeiten, wobei der Digitalisierung von Prozessen große Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Die weitere Geschäftsentwicklungsstrategie hängt von der Dynamik der Erholung der russischen Wirtschaft und dem Ausmaß restriktiver Maßnahmen ab, die mit einer möglichen zweiten Welle von Coronaviren verbunden sind“, kommentierte der CEO der AEB, Tadzio Schilling, die Ergebnisse der Studie.

    „Vor allem kleine Unternehmen wurden durch die Auswirkungen der Pandemie und durch die Maßnahmen wie die arbeitsfreien Tage und andere Einschränkungen stark betroffen. Die negativen Auswirkungen sind aber auch sehr stark von der Branche des Unternehmens abhängig. Es wird auch sicher einige Branchen vor allem in manchen Services und auch im Internet-Handel oder in der Pharma-Industrie geben, die profitiert haben. Die endgültigen Auswirkungen werden wir aber erst in einigen Monaten sehen“, sagte seinerseits AEB-General Manager Paul Bruck gegenüber Sputnik.

    Unter anderen negativen Faktoren, die das Geschäft sogar härter als die Pandemie treffen, nannten die Umfrageteilnehmer die Volatilität des Rubels (77 Prozent) und die Sanktionen gegen Russland (73 Prozent). 56 Prozent der Respondenten stellten fest, dass sich die US-Politik gegenüber Russland negativ auf die Aktivitäten ihrer Unternehmen auswirkt. Im Vergleich zum letzten Jahr hat sich dieser Einfluss jedoch ihrer Meinung nach verringert. Das Geschäftsumfeld in Russland wird von den europäischen Unternehmen noch eher als bescheiden eingeschätzt. In Bezug auf die Interaktion mit Gesetzgebung, Steuern, Zoll und anderen staatlichen Strukturen in Russland ist der Anteil negativer Bewertungen höher als der Anteil positiver Bewertungen.

    In einer Rezession bleibt der russische Markt für ausländische Unternehmen nach wie vor attraktiv. Laut der AEB-Studie sind die Hauptgründe für den Eintritt in den russischen Markt seine Größe, das hohe Potenzial und die positive Entwicklung. Das wurde von 95 Prozent der Unternehmen angegeben. Ein Viertel der Firmen erwartet in den nächsten zwei bis drei Jahren einen Anstieg ihrer Investitionen in Russland. Die Hälfte der Studienteilnehmer hofft sogar auf eine Gewinnsteigerung.

    „Die AEB-Studie hat gezeigt, dass der russische Markt auch unter Berücksichtigung der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Situation für das europäische Geschäft attraktiv bleibt“, schließt Alexej Dorofejew, CEO des internationalen Forschungsunternehmens GfK Rus, der in Auftrag der AEB die Umfrage durchgeführt hat.

    Die AEB vereint heute mehr als 500 Unternehmen aus verschiedenen Wirtschaftssektoren und ist in Russland seit 25 Jahren präsent. In dieser Zeit hat sich der Verband zur wichtigsten Repräsentanz ausländischer Investoren im Land entwickelt.

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    Tags:
    Coronavirus, Russland, Assoziation der europäischen Geschäftstätigkeiten (AEB)