10:48 24 September 2017
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    Kann Russlands Nationalelf an die Siegesserie des ZSKA anknüpfen?

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    MOSKAU, 30. Mai (Michail Smirnow, Sportkommentator der RIA Nowosti). Die Blicke der russischen Fußballfans, die in den letzten beiden Wochen auf den Siegeszug des ZSKA im UEFA-Cup und im Landespokal fixiert waren, dürften sich in den nächsten Tagen der Nationalmannschaft zuwenden.

    Schon am 4. Juni bestreitet sie in Sankt Petersburg gegen Lettland das Ausscheidungsspiel für die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Nur vier Tage später tritt die Elf gegen den Gastgeber der nächsten WM in Mönchengladbach zu einem Freundschaftsspiel an. Beide Spiele sind für den neuen Nationalcoach, Juri Sjomin, die Premiere. Wäre es jedoch nach seinem Willen gegangen, dann hätte er wohl sicherlich die umgedrehte Reihenfolge vorgezogen. Denn gegen die Deutschen kann man mit der Aufstellung experimentieren, Kombinationen ausprobieren und die Neuen auf den Zahn fühlen, ohne sich über das Ergebnis den Kopf zerbrechen zu müssen. Anders steht es bei dem Aufeinandertreffen mit Lettland, wo es nur eines geben kann: den Sieg. Ansonsten wird die Überwindung des Rückstands zu den in der dritten Ausscheidungsgruppe führenden Portugiesen und Slowaken praktisch eine unlösbare Aufgabe. Die Tabellenführer können nach sieben Spielen 15 Punkte für sich verbuchen, während Russland mit drei Punkten Rückstand den dritten Platz einnimmt. Die lettische Elf hat den vierten Platz inne, nur einen Punkt hinter Russland liegend. Am 4. Juni spielen die beiden Spitzenmannschaften der Gruppe in Lissabon gegeneinander.

    In dieser Situation unterliegt der Trainer natürlich der Versuchung, die in den Pokalspielen bewährten Armeesportler einzusetzen, vor allem vor dem Tor und im Mittelfeld. Sehr zuverlässig und selbstsicher hatten sich der junge Torhüter Igor Akinfejew sowie die Verteidiger Sergej Ignaschewitsch, die Brüder Beresuzki, Jewgeni Aldonin und Juri Schirkow gezeigt. Allerdings zogen sich Ignaschewitsch und Wassili Beresuzki bei dem nicht leichten Pokalsieg (1:0) gegen den unterklassigen Verein Chimki aus dem Moskauer Umland leichte Verletzungen zu. Ob sie gegen die Letten auflaufen können, bleibt also offen. Aber auch Ermüdungserscheinungen ließen die Armeekicker in dem Spiel erkennen, schließlich waren sie in der letzten Zeit kolossalen Belastungen ausgesetzt.

    So ist es nicht ausgeschlossen, dass Sjomin sich für die Spieler seines früheren Vereins Lokomotive Moskau entscheidet. Sie reisten vor dem Spiel in Sankt Petersburg ebenfalls zu sechst im Trainingslager an. Außerdem ist der Klub auf allen Positionen vertreten: die Berufung erhielten der Torwart Sergej Owtschinnikow, die Verteidiger Wadim Jewsejew und Dmitri Sennikow, die Mittelfeldspieler Dmitri Loskow und Marat Ismailow sowie der Stürmer Dmitri Sytschow. Besonders pikant ist, welchem Torwart der Coach dem Vorzug gibt: Akinfejew oder Owtschinnikow. Letzterer war von Sjomins Vorgänger als Nationaltrainer, Georgi Jarzew, nach der Europameisterschaft übergangen worden.

    Doch wie auch immer Sjomins personelles Kopfzerbrechen seine Lösung finden mag, die durch den ZSKA siegverwöhnten russischen Fans erwarten von der Nationalmannschaft eine Fortsetzung des Höhenfluges. An Erfolge kann man sich schnell gewöhnen.

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