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    "Iswestija": Russlands Ziel für die Winterolympiade - 26 Medaillen

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    MOSKAU, 24. Juni (RIA Nowosti). Acht Monate vor dem Beginn der Winterolympiade in Turin sind die "Medaillenorientierungen" der russischen Nationalmannschaft bekannt geworden. Im Februar nächsten Jahres sollen die russischen Sportler 26 Medaillen erringen, schreibt die Tageszeitung "Iswestija" am Freitag.

    Eine entsprechende Erklärung wurde am Donnerstag von Sergej Korol, dem ersten Vizevorsitzenden der Föderalen Agentur für Körperkultur und Sport (Rossport), in einer Beratung abgegeben, der die gesamte Sportleitung mit Ausnahme des Präsidenten des nationalen Olympischen Komitees, Leonid Tjagatschow, beiwohnte.

    Der Rossport-Vorsitzende Wjatscheslaw Fetissow hat nie ein Hehl daraus gemacht, dass er mit dem System nicht zufrieden ist, bei dem der Staat zwar die Vorbereitung von Sportlern zur Olympiade finanziert, niemanden aber für das Resultat verantwortlich machen kann. Es gibt nur ein ernsthaftes Instrument, das Fetissow zur Verfügung hat, um auf die Sportverbände einzuwirken - das Geld, mit dem der Staat die Sportler über Rossport unterstützt.

    Die bekannt gegebenen "Richtungszahlen" waren von Experten, Trainern und Sportlern gemeinsam konzipiert worden. Dabei wurden die Ergebnisse der jüngsten Welt- und Europameisterschaften berücksichtigt. Korol bestätigte: Dies sind nicht bloß Orientierungszahlen, sondern auch Verpflichtungen der Sportverbände, deren Nichtrealisierung sie aus eigenen Etats bezahlen würden.

    Wenn die von Rossport bekannt gegebenen Zahlen mit dem Olympischen Komitees auch abgestimmt wurden, so war diese Initiative kaum von der Tjagatschow-Behörde ausgegangen. 26 Medaillen - das sind nämlich genau doppelt soviel wie Russland von der letzten Winterolympiade in Salt Lake City mitgebracht hat.

    Die Unzufriedenheit des Olympischen Komitees mit diesen Verpflichtungen bestätigte Igor Kasikow, Leiter der Arbeitsgruppe Turin 2006. "Ich bin gegen eine öffentliche Bekanntgabe beliebiger Zahlen", sagte Kasikow. "Sie könnten höchstens inoffiziell, aber nicht öffentlich genannt werden. Für Athen hatten wir auch einiges eingeplant - was aber wurde daraus?"

    Tjagatschow zeigte sich überhaupt übervorsichtig, als er erklärte, Russland könnte in Turin höchstens mit zwei-drei Goldmedaillen rechnen. Später aber wurde diese Zahl unter dem Druck der öffentlichen Meinung auf fünf bis sechs Goldmedaillen erhöht. Diese Haltung passt aber Rossport kategorisch nicht: Die Behörde will im Tausch gegen ernsthafte Staatsinvestitionen eine maximale Zahl der Olympiamedaillen garantiert bekommen.