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    Tiflis und Salzburg wettern gegen Olympia in Sotschi - "Gazeta.Ru"

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    MOSKAU, 21. November (RIA Novosti). Die Skandale um die Olympischen Spiele in Sotschi werden wohl bis ihrer Eröffnung nicht aufhören.

    Dennoch könnte höchstens eine Revolution Russland um das Recht bringen, die Spiele auszutragen, schreibt die Internet-Zeitung "Gazeta.Ru" am Donnerstag.

    Der ständig aufkommende Wirbel, ob Sotschi die Olympia weggenommen werden soll, passt allen. In der jüngsten Episode dieser Seifenoper erklärte die Bürgermeisterin Salzburgs, Gabi Burgstaller, ihre Stadt sei immer bereit, wenn Sotschi die Vorbereitungen nicht schaffe.

    Natürlich meldeten sich sofort auch die georgischen Behörden, um einzuwenden, dass sie sich benachteiligt fühlen würden.

    Interessanter ist übrigens die massive Antwort Russlands auf diese kurzen Schlagzeilen ohne Anspruch auf Sensationsmacherei. Erstens hielt es ein ganzer Chor von Personen für nötig, sich sofort zu äußern: von einem Vertreter des russischen Außenministeriums bis zu verdienten Kunstläufern. Zweitens liefen all diese Äußerungen darauf hinaus, dass es da nichts zu besprechen gibt.

    Das war wieder einmal ein Vorwand, der eigenen Öffentlichkeit zu zeigen, wie höchst unangemessen die georgischen Beamten vorgehen, die Überzeugung der eigenen glänzenden Stärke zu demonstrieren und schließlich ein wenig am nationalen Stolz zu rühren. Nichts stärkt dieses Gefühl so sehr wie Anschläge von außen darauf, was unsere Nation als ihren Sieg empfindet. Wünschenswert sind natürlich unbegründete und aussichtslose Anschläge.

    Es ist ein historischer Fakt: Als Sotschi 2007 die Olympischen Spiele zugesprochen bekam, wurde das als gesamtrussischer Erfolg aufgenommen, noch dazu möglich geworden dank den Bemühungen des gesamtrussischen Führers. Der Duma-Vorsitzende Boris Gryslow, der sonst zu genauen Formulierungen nicht gerade neigt, nannte damals die Emotionen der Mehrheit der Bürger "das Gefühl eines nationalen Sieges". Die Unzufriedenheit einiger Ökologen, Einwohner von Sotschi, deren Häuser abgerissen werden könnten, und weniger Skeptiker verlieh dem Moment des Triumphes nur noch mehr Farbe.

    Aber wie es im Leben so geht, ist jener Sieg inzwischen irgendwie in Vergessenheit geraten, auch die Emotionen haben sich gelegt. Dabei sind sie gerade jetzt, in einer für Russland schwierigen Zeit, notwendig wie niemals zuvor. Der Stolz auf Sotschi ist sozusagen ein Teil der Reserve an gesellschaftlichen Gefühlen, und sie muss eben jetzt ausgegeben werden. Deshalb ist jeder, selbst äußerlich nichtiger Vorwand unbedingt mit maximalem Effekt auszunutzen.

    Im Wesentlichen gibt es einfach keinen Skandal. Selbst die bekannte Geschichte um den gegenseitigen Boykott der Spiele in der UdSSR und den USA (1980 und 1984) auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs führte nicht zu ihrem Aufschub oder Verlegung. Auch jetzt kann nichts dazu führen, höchstens eine Revolution oder der Aufprall eines Asteroiden auf der Erde. Die Kritiker an Olympia in Sotschi sind offensichtlich kraft- und saftlos, und das sollte genutzt werden.

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