10:34 26 September 2018
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    Nach Interview zu Olympia-Korruption: Verleumdungsklage gegen FIS-Präsident Kasper?

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    Sotschi – Olympiastadt 2014 (324)
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    Der Chef der Russischen Eisenbahnen (RZD), einem Großauftragnehmer beim Ausbau der Olympia-Infrastruktur, will das Schweizer IOC-Mitglied Gian-Franco Kasper für dessen Interview-Aussagen über Korruption beim Bau der Objekte für die Winterspiele in Sotschi verklagt wissen.

    Der Chef der Russischen Eisenbahnen (RZD), einem Großauftragnehmer beim Ausbau der Olympia-Infrastruktur, will das Schweizer IOC-Mitglied Gian-Franco Kasper für dessen Interview-Aussagen über Korruption beim Bau der Objekte für die Winterspiele in Sotschi verklagt wissen. 

    In einem Interview im Schweizer Fernsehen vier Wochen vor der Eröffnungsfeier in Sotschi hatte Kasper eine Schätzung zur Korruption auf den Olympia-Baustellen abgegeben, ohne diese Aussagen mit Beweisen zu untermauern. In Russland müsse man davon ausgehen, dass bei Großprojekten 30 Prozent der Gelder „versickern“, so der Olympiavertreter.  

    „Wie kann man dazu stehen, dass ein offizieller Vertreter der Schweiz behauptet, dass ein Drittel der Gelder beim Olympia-Bau gestohlen wurde? Hat er etwa an den Diebstählen mitgewirkt?“ spielt RZD-Chef Wladimir Jakunin nun den Ball zurück. „Wenn das so ist, muss man ihn verklagen. Wenn er irgendwelche Beweismaterialien hat, dass das wahr ist, auf den Tisch damit! Im gegenteiligen Fall ist er ein Rufmörder und muss gesetzlich belangt werden“, sagte Jakunin zu RIA Novosti. 

    Für den Bau aller olympischen Objekte und der Begleitinfrastruktur wurden insgesamt Budgetmittel von umgerechnet etwa 34 Milliarden Euro aufgewandt. Das Thema der Korruption, Hinterziehung und unbegründeten Kostenüberziehung im Rahmen der Bautätigkeiten für die Winterspiele 2014 in Sotschi steht im Zentrum des Medieninteresses in Russland wie im Ausland. Bei den verschiedenen Einschätzungen, wie viel an Staatsgeldern tatsächlich verschwunden ist, ist die Spannbreite denkbar groß.

    Die Russischen Eisenbahnen hatten im Vorfeld des Großereignisses den Zuschlag für sieben Projekte erhalten. Das umfangreichste davon war eine Auto- und Bahntrasse von Sotschi zu den Austragungsstätten in Krasnaja Poljana mit Kosten von umgerechnet fast 5,5 Milliarden Euro. Dass RZD bei den Sotschi-Aufträgen den Kostenvoranschlag sprengte, lag laut Jakunin an mangelnder Planung vonseiten der zuständigen staatlichen Behörden, die die nötigen Ausgaben zu niedrig kalkuliert hätten, sowie am rasanten Bautempo. Statt acht Jahren, die „den Normen nach“ erforderlich gewesen wären, habe man lediglich fünf Jahre gehabt, um die Arbeiten zu stemmen.  

    „All diese Gestalten, die den Mund aufreißen, um all diese Hirngespinste und Unsinn von sich zu geben, wie und was genau geschehen ist, sind Leute, denen es einfach nicht gefällt, wenn etwas Positives in unserem Land passiert“, resümierte der Bahnchef.

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