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11:23 21 August 2019
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    Pjotr Poroschenko während seines Deutschland-Besuchs

    IOC-Chef: „Ein Boykott widerspricht dem Sinn des Sports“

    © Sputnik / Mikhail Palintchak
    Sport
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    Der ukrainische Präsident Pjotr Poroschenko hat in einem am Montag veröffentlichten Interview für die „Bild“-Zeitung aufgerufen, die Fußballweltmeisterschaft 2018 in Russland zu boykottieren.

    Nun hat die Zeitung Deutschlands Abgeordnete, Minister und Sportfunktionäre nach ihrer Meinung zur Initiative des ukrainischen Präsidenten befragt. Die Meinungen variieren von Unterstützung bis zu scharfer Kritik.

    Laut Frank Steffel, CDU-Obmann im Sportausschuss des Bundestages, wird es keine WM in Russland geben, solange es in der Ukraine keinen Frieden gibt.

    „Ein weiteres großes Sportereignis wie die WM 2018 ist in Russland unvorstellbar“, sagte Hessens Innenminister Peter Beuth.

    „Die Frage eines Boykotts der WM 2018 muss vor dem Hintergrund der weiteren politischen Entwicklung in den kommenden Jahren beurteilt werden. Zwar sollten wir einen Boykott nicht ausschließen, aber jetzt auch nicht zusätzlich Öl ins Feuer der ohnehin schwierigen und angespannten politischen Situation gießen“, äußerte Bayerns Sport- und Innenminister Joachim Herrmann.

    „Ob die WM boykottiert werden soll oder nicht, sollten nicht die einzelnen Länder, sondern die FIFA selbst entscheiden“, erklärte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke.

    Derselben Auffassung ist auch Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge. „Grundsätzlich könnte ein Boykott nur von dem verantwortlichen internationalen Verband verfügt werden, also der FIFA.“

    Dabei zeigte er sich skeptisch gegenüber einem Boykott. „Ich persönlich bin kein Freund eines Boykotts. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Boykotte im Sport nicht die beabsichtigte Wirkung erzielt haben.“

    Der Chef des Internationalen Olympischen Komitees, Thomas Bach, hat sich strikt gegen einen Boykott ausgesprochen.

    „Aus eigener leidvoller Erfahrung mit dem deutschen Boykott der Olympischen Spiele 1980 in Moskau weiß ich: Boykotte von Sportveranstaltungen führen zu nichts. Selbst die damals für den Boykott verantwortlichen deutschen Politiker haben das eingesehen. Die meisten führenden Politiker in der Welt von heute wissen das auch. Ein Boykott widerspricht dem Sinn des Sports, Brücken zu bauen. Der Sport hält die oftmals letzte Türe zum Dialog offen. Unabhängig davon hoffe ich, dass ein respektvoller, politischer Dialog bald zu einer friedlichen Lösung dieses Konflikts führt“, sagte Bach zu BILD.

    Pjotr Poroschenko hatte bei seinem Deutschland-Besuch in einem Bild-Interview erklärt, dass er eine WM in Russland für undenkbar halte, solange russische Truppen in der Ukraine seien. Er kritisierte auch das Vorhaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel, am 10. Mai nach Russland zur Siegesfeier zu kommen.

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    Tags:
    Boykott, Olympische Spiele in Moskau 1980, Fußball-WM 2018, CDU/CSU, FIFA, IOC, Thomas Bach, Karl-Heinz Rummenigge, Joachim Herrmann, Hans-Joachim Watzke, Frank Steffel, Petro Poroschenko, Lugansk, Donezk, Deutschland, Ukraine, Russland