23:51 25 Februar 2020
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    Doping-Skandal (158)
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    Die schweren WADA-Vorwürfe gegen die russische Leichtathletik nimmt nun auch der Kreml unter die Lupe. Wladimir Putin fordert eine interne Untersuchung und mahnt zu einer Kooperation mit den internationalen Gremien. Der russische Sportminister will auch mit der WADA zusammenarbeiten, hält alle Olympia-Medaillen jedoch für fair verdient.

    Sportminister Vitali Mutko sagte in der Nacht zum Donnerstag, Russland sei fähig, Konsequenzen aus dem Doping-Skandal zu ziehen: „Da wir internationale Spitzenreicher in Sachen Sport sind, sollten auch unsere Standards deutlich besser sein als in anderen Ländern. Wir sind damit einverstanden und bereit, uns darum zu bemühen.“

    Russland sei bei Bedarf bereit, seine Anti-Doping-Gremien einer neuen Eignungsprüfung unterziehen zu lassen: „Wir brauchen eine Roadmap: Was müssen wir konkret tun? Wir haben mittlerweile einen neuen Leiter des Anti-Doping-Labors. Was noch? Zeigen Sie uns eine Roadmap. Ich kann absolut beteuern: In Kooperation mit der WADA sind wir bereit, unsere Anti-Doping-Dienste einer wiederholten Eignungsprüfung zu unterziehen.“

    Im Hinblick auf die Sommerspiele in London sagte Mutko, alle russischen Athleten hätten damals ihre Medaillen verdient: „Alle reden jetzt über London. Ich möchte aber erneut betonen: Jede Gold-, Silber- oder Bronzemedaille wurde dort erst nach einer Dopingprobe verliehen. Eine Medaille erhielt man, wenn die Probe negativ war … Deshalb haben alle Medaillenträger von London ihre Auszeichnungen in einem fairen Kampf verdient. Wir haben keine Gründe, anders zu denken.“

    Am Mittwochabend hatte Mutko an einer Beratung mit Präsident Wladimir Putin teilgenommen. Mit dabei waren auch Leiter russischer Sportarten-Verbände. Putin mahnte: „Wir müssen eine eigene interne Untersuchung einleiten und eine möglichst offene professionelle Kooperation mit internationalen Anti-Doping-Gremien sichern.“

    Laut Putin muss alles getan werden, um das Doping-Problem zu beseitigen: „Zwar hat nicht nur Russland dieses Problem, doch wenn unsere ausländischen Kollegen Fragen haben, sollten diese beantwortet werden. Das muss, ich wiederhole noch einmal, im Rahmen einer offenen, professionellen, redlichen Arbeit mit unseren Kollegen geschehen. Wenn nötig, können auch organisatorische Maßnahmen getroffen werden.“ 

    Alexander Schukow, Leiter des nationalen Olympischen Komitees, kündigte an, Russland werde für die Teilnahme seiner Leichtathleten an den kommenden Sommerspielen kämpfen. Ein Ausschluss der Russen wäre laut Schukow ein Verstoß gegen die Rechte jener Sportler, die „clean“ sind.

    Eine Kommission der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hatte Russland kürzlich schwere Verstöße gegen die geltenden Regeln vorgeworfen und dem Weltleichtathletikverband IAAF empfohlen, den Russen die Teilnahme an den Sommerspielen 2016 zu verweigern.

    Valentina Rodionenko, Trainerin des russischen Nationalteams im Gerätturnen, kommentierte für die Agentur Ria Novosti im Hinblick auf die WADA-Vorwürfe: „Das ist Unsinn. Ich begreife nicht, wie man solche Erklärungen abgeben kann, selbst wenn jemand wirklich bei einer Probe überführt wurde. Was haben der ganze russische Leichtathletikverband und das ganze Nationalteam damit zu tun? Bei der jüngsten WM in Großbritannien hatten wir es auch nicht leicht. Die Haltung zum Land wird auf die Arena übertragen. Wir spürten etwas, was es zuvor nie gegeben hatte. Auch unter den Schiedsrichtern gibt es viele Menschen, die Russland bei weitem nicht mögen. Wir wetteifern nicht nur mit anderen Sportlern, sondern auch damit, was um Russland geschieht.“

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    Tags:
    Doping, WADA, IAAF, Walentina Rodionenko, Alexander Schukow, Witali Mutko, Wladimir Putin, Großbritannien, Russland