07:57 20 November 2019
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    ARD-Doku über Doping in Russland - Moskau nimmt Stellung

    © AFP 2019 / JOHANNES EISELE
    Sport
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    Die Moskauer Sportbehörden haben am Montag zu der von der ARD ausgestrahlten Dokumentation „Russlands Täuschungsmanöver in Sachen Doping“ Stellung genommen, in der über vermeintliche Verstöße gegen die internationalen Doping-Regeln in der russischen Leichtathletik die Rede ist.

    Laut der Dokumentation sind Trainer, die wegen Doping-Vergehen gesperrt wurden,  in der russischen Provinz weiter beruflich aktiv. Andere Trainer erweisen sich als immer noch aktive Dopingmittel-Dealer.

    In einem Interview für die Nachrichtenagentur R-Sport erklärte Natalja Schelanowa, Beraterin des Sportministers Vitali Mutko, der Trainer Wladimir Mochnew, von dem in der Doku die Rede ist, sei offiziell suspendiert. Gegen ihn werde wegen möglicher Verletzungen der Anti-Doping-Regeln ermittelt.

     

    Zuvor hatte Mutko in einem Reuters-Interview betont: „Die (im Film angeführten) Fakten sind aus dem Kontext gerissen und stellen den Versuch dar, die Öffentlichkeit in die Irre zu führen. Wir haben ein riesiges Land. Es ist durchaus möglich, dass der suspendierte Trainer irgendwo wieder arbeiten könnte, allerdings ganz bestimmt nicht mit dem Nationalteam und nicht bei offiziellen Wettkämpfen.“

    Zuvor hatte Mutko versprochen, die vom Doping-Skandal betroffenen russischen Sportler „hart zu bestrafen“. Zugleich verwies er darauf, dass „das Niveau der bestraften Sportler“ nicht höher ist als in ähnlichen Fällen in den USA und Großbritannien. Der Minister forderte auf, „die Situation nicht zu politisieren“.

    Die russische Seite sei bereit, „zusammen mit der Welt-Doping-Agentur WADA und dem Internationalen Leichtathletik-Verband IAAF alle geplanten Reorganisierungsmaßnahmen zu unterstützen, um beliebige Verstöße in Zukunft zu verhindern“, verlautete aus den russischen Sportbehörden.

    In der Leichtathletik, und zwar in einzelnen Disziplinen, haben wir bestimmte Probleme“, sagte Mutko, deren Erklärung vom Pressedienst des Sportministeriums verbreitet wurde. „Die Verhängung von Sanktionen gegen einzelne Personen ist aber eine Aufgabe der zuständigen Anti-Doping-Behörden und nicht des Staates. Wir machen unsererseits alles nur Mögliche, arbeiten mit dem IAAF und der WADA aktiv zusammen und  sind bereit, das in Zukunft zu tun, um ein maximal optimales System aufzubauen. Man kann aber unmöglich bei jedem einzelnen Verstoß von einer Verantwortung des Staates  sprechen.“  

    Bei der am Sonntag ausgestrahlten 30-minütigen ARD-Doku handelt es sich um den dritten Beitrag des Senders zu diesem Thema. Der erste war bereits 2014 gezeigt worden. Im November 2015 veröffentlichte eine unabhängige WADA-Kommission einen Bericht, in dem Russland zahlreiche Verstöße gegen die Doping-Regeln zur Last gelegt wurden.  Als Folge wurden die russischen Sportler aus allen IAAF-Sportwettkämpfen ausgeschlossen.

     

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    Tags:
    Doping, WADA, IAAF, ARD, Vitali Mutko, Russland