07:02 06 Dezember 2019
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    „Türkische Fans haben Aggression im Blut“ – Sportexperte

    © AFP 2019 / Ozan Kose
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    Sie müllen das Spielfeld zu und zeigen ihren Gästen den Mittelfinger. Das berichtet die russische Volleyball-Spielerin, Tatjana Koschelewa, über den „warmen“ Empfang ihres Teams in Istanbul. Im Gespräch mit RT erklären Experten das Verhalten türkischer Fans bei Sportevents. Und raten, was man dagegen tun kann.

    Die türkischen Sportfans hätten ihre ganz eigene Vorstellung davon, was Sport sei. Sowohl Sportler als auch ihre Fans stellten sich nicht etwa auf ein Match ein, sondern auf eine Schlacht, wenn sie ein Stadion betreten: „Für die Türkei ist das ein durchaus gewöhnliches Bild. Respektloses Verhalten gegenüber dem Gast-Team, auffälliges Fan-Verhalten – und zwar in allen Sportarten“, sagt der ehemalige Sprecher des Russischen Fußballbundes, Andrei Malossolow, im Interview mit RT.

    Seit Jahren und Jahrzehnten gehe das so: „Die Türkei ist eine Brutstätte für Sport- und Fußballhooligans. Größtenteils geht das auch gar nicht auf die Aktivität fußballnaher Gruppen zurück. Vielmehr ist es dem türkischen Fan an sich eigen – eine große emotionale Aufladung, Aggression, wenn etwas schiefläuft“, sagt der Fußballexperte.

    In der Türkei wundert sich keiner mehr über Ausschreitungen und Spielunterbrechungen. Für Sportler aus anderen Ländern ist dies jedoch nach wie vor befremdlich. 2011 hat der Schiedsrichter beim Spiel Fenerbahçe Istanbul gegen Schachtjor Donezk unterbrochen und die Teams vom Platz gebeten, weil die Fans das Spielfeld eingenommen hatten. Um den Gegner zu demoralisieren, werden nicht nur Fäuste eingesetzt. Die Schweigeminute bei dem Match zwischen Griechenland und der Türkei zum Gedenken an die Opfer der Anschläge von Paris im vergangenen November wurde von den Rufen türkischer Fans gestört: „Hoch lebe der IS!“ Häufig kommt es auch jenseits des Stadions zu Zusammenstößen, wie beim Spiel der beiden Istanbuler Klubs Fenerbahçe und Galatasaray. Die Einwohner der Stadt Bursa kann man nur bedauern: Sie mussten die Stadt nach den Straßenkämpfen wiederaufbauen.

    Russische Teams sind nicht zum ersten Mal mit den ausfälligen türkischen Fans konfrontiert. In der laufenden Saison mussten die Fans von Lokomotive Moskau zweimal nach Istanbul reisen. Bei einer der Visite haben zwei Fans Messerstiche erlitten. „Jemand, der zu einem Gastspiel fährt, geht immer ein Risiko ein“, sagt ein russischer Fußballfan nach einem Besuch in der Türkei. Eine andere Sache seien aber die Sicherheitsmaßnahmen: „Zuerst hat sich die Polizei geweigert, unsere Busse zu begleiten. Dann wurde ein Teil davon mit Steinen beworfen. In der U-Bahn gab es auch gar keinen Schutz. Wir mussten uns selbst helfen, ohne Witz: Wir packten Eisenstangen in Papier und fuhren ins Stadion. Gab es Schwierigkeiten, haben wir uns selbst verteidigt, so gut es ging“, sagt er.

    Das Interessanteste aber sei, so der Fußballfan: „Wenn die Türken oder Albaner nach Moskau kommen, werden sie beschützt. Kommen russische Fans in andere Länder, schützt die Polizei die eigenen Leute. Uns lässt sie im Stich und verprügelt uns dann auch noch. Einer muss doch die Verantwortung dafür übernehmen“, entrüstet sich der Fußballfan im Interview mit dem Portal Championat.com. Ob wohl die türkischen Fans nur gegenüber den Russen voreingenommen seien,  oder die ganze zivilisierte Menschheit unter ihnen leiden muss?

    „Das geschieht nicht nur mit den russischen Fußballklubs, sondern auch mit den europäischen. Die Engländer und die Franzosen bekamen auch ihr Fett weg. Natürlich ruft das Reaktionen und Gegengewalt in der EU und in Russland gegenüber den türkischen Fans hervor“, sagt der Experte Malossolow.

    Der Vorfall mit dem russischen Volleyball-Team müsse indes friedlich gelöst werden, indem man sich an die zuständigen Sportverbände richte: „Ich habe so gut wie keine Zweifel, dass der russische Volleyballbund alle Dokumente und Videoaufnahmen von dem Match an den europäischen Volleyballverband weiterreicht“, erklärt der Vize-Präsident des Russischen Volleyballbunds, Lew Rossoschik. Danach erwarte Galatasaray entweder eine Strafe oder eine mehrjährige Sperre für europäische Spiele, resümiert der Sportexperte.

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    Tags:
    Fußball, Sport, Sportfans, Andrei Malossolow, Russland, Türkei