10:49 17 November 2019
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    Fußball-EM in Frankreich

    Drei Tage vor Fußball-EM: In Frankreich bricht die Welt zusammen

    © AFP 2019 / Jeff Pachoud
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    Nach Feiern ist Frankreich in diesen wenigen Tagen vor der Europameisterschaft wirklich nicht zumute. Überflutungen, Massenproteste und Streiks plagen das Land. Gestern hat der französische Staatschef zudem vor einer erhöhten Terrorgefahr gewarnt. Und ganz nebenbei droht ein Verkehrskollaps die EM zum Erliegen zu bringen.

    Die Sicherheit in Frankreich sei während der EM in Gefahr, erklärte Francois Hollande am 5. Juni. „Diese Bedrohung wird längere Zeit bestehen, doch wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, um die erfolgreiche Durchführung der Euro-2016 zu gewährleisten“, zitiert die Nachrichtenagentur AFP den französischen Staatschef.

    Laut führenden europäischen Sicherheitsexperten hat der Islamische Staat die Fußball-Europameisterschaft ins Visier genommen, wie Medien zuvor berichteten. Um terroristischen Aktivitäten vorzubeugen, hat die französische Führung erklärt, die Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken.

    Doch die Mobilisierung von rund 90.000 Mann an Sicherheitskräften könne sich, so Experten, als unzureichend erweisen, weil die IS-Kämpfer ihre Taktik verändert hätten. „Es wird sich um eine neue Angriffsform handeln, deren Besonderheit darin besteht, dass Sprengsätze an stark frequentierten Orten positioniert werden. Diese Aktionen werden sich wiederholen, um eine Atmosphäre extremer Panik zu erzeugen“, sagte Patrick Calvar, Direktor der französischen Zentraldirektion für Inlandsaufklärung.

    Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass der französische Geheimdienst unter den Mitarbeitern privater, für die EM angeheuerter Sicherheitsfirmen mehr als 80 für die Sicherheit des Staates potentiell gefährliche und zu Terroranschlägen fähige Menschen festgestellt hat.

    Streiks

    Seit mehreren Monaten finden in Frankreich Massenproteste gegen die Arbeitsmarktreform der Regierung statt, die nicht selten zu erbitterten Zusammenstößen mit der Polizei führen. Den Protestierenden haben sich die Belegschaften der Erdölraffinerien, Fluggesellschaften, Flughäfen, Eisenbahnen, Busbetriebe und der Pariser Metro angeschlossen. In ganz Frankreich haben die Streikenden einen Verkehrskollaps ausgelöst.

    Auch Mitarbeiter französischer Kernkraftwerke protestieren gegen die Reform des Arbeitsrechts. Bei mindestens neun Reaktoren sind unplanmäßige Abschaltungen gemeldet worden.

    Als ob das nicht genug wäre, wird in Frankreich mit Massenkundgebungen gegen die Aufnahme von Flüchtlingen, für besseren Verbraucherschutz und für höhere Löhne in der Gastronomie gestritten.

    Auch während der kommenden EM wollen tausende Pariser Bürger ihre Proteste nicht niederlegen – ganz zu schweigen davon, dass in Frankreich in einer Woche ein weiterer nationaler Streiktag ansteht.

    Überflutungen

    Die Lage verschlimmerte sich, als die Seine infolge von Rekordniederschlägen die französische Hauptstadt überschwemmte. Wegen des Unwetters musste in Paris erstmals seit 16 Jahren in der 2. Woche des Tennis-Turniers im Roland-Garros-Stadion mehrere Begegnungen auf den nächsten Tag verschoben werden. Einige Museen, darunter der Louvre, wurden geschlossen.  Die Stadtverwaltung war gezwungen, den Schiffs- und Regionalzugverkehr einzustellen.

    Tausende Einwohner aus Pariser Vororten mussten wegen der Überschwemmungen ihre Häuser verlassen. Einige Menschen sind dem Unwetter zum Opfer gefallen.

    Am 10. Juni startet in Frankreich die Fußball-Europameisterschaft. Rund 2,5 Millionen Besucher werden zu dem Sportevent erwartet. Das US-Außenministerium hat wegen Sicherheitsbedenken eine Reisewarnung für Frankreich ausgesprochen. Viele befürchten einen Verkehrskollaps. Der französische Präsident Hollande erklärte indes, es sei nicht zu erwarten, dass die Streiks die Meisterschaft behindern werden.

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    Überschwemmung, Streik, Fußball-EM 2016, Terrormiliz Daesh, Frankreich